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Cannabinoide – Über 100 nachgewiesene in der Hanfpflanze

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Cannabinoide, dieser Begriff fällt immer wieder, wenn es um Cannabis und CBD geht. THC und CBD sind die bekanntesten Cannabinoide. Darüber hinaus gibt es mehr als 100 in der Cannabispflanze. Welche es gibt und wie sie wirken schauen wir uns in diesem Beitrag näher an.

Cannabinoide

Was sind Cannabinoide?

Das CBD, welches den beliebten Produkten die CBD Wirkung verleiht, ist Teil der Gruppe der Cannabinoide. Hierbei handelt es sich um chemische Verbindungen, die an das Endocannabinoid System (ECS) des Körpers andocken und mit diesem interagieren. Die Cannabinoide können so die Cannabinoid-Rezeptoren beeinflussen und zu verschiedenen Wirkungen führen. Nach dem aktuellen Stand der Forschung sind 113 verschiedene Cannabinoide bekannt, allerdings sind noch immer nicht alle Cannabinoide entdeckt, geschweige denn deren Funktion Voll und Ganz entschlüsselt worden. Auch das ECS wurde im Zuge der Forschung zu Cannabinoiden überhaupt erst entdeckt.

Bei den Cannabinoiden kann man zwischen drei verschiedenen Arten unterscheiden. Die sogenannten Endocannabinoide sind körpereigene Cannabinoide, welche der Körper selbst produziert. Man konnte sie sowohl beim Menschen als auch bei Tieren feststellen. Durch komplexe Prozesse werden dadurch Teile des Nervensystems beeinflusst. Neben diesen körpereigenen Stoffen gibt es auch die Phytocannabinoide, welche aus Pflanzen gewonnen werden. Zuletzt gibt es noch synthetische Cannabinoide, die künstlich oder halb künstlich in Verbindung mit pflanzlichen Stoffen produziert werden. Im Folgenden erklären wir die verschiedenen Gruppen der Cannabinoide und ihre verschiedenen Wirkweisen auf den Körper.

Phytocannabinoide der Hanfpflanze

Unter Phytocannabinoiden versteht man Cannabinoide, die ihren Ursprung in Pflanzen haben. Zum größten Teil kommen Phytocannabinoide in verschiedenen Sorten der Hanfpflanze vor, von denen die bekannteste die Cannabis Sativa ist. Sie werden vor allem aus dem Harz der Blüten der weiblichen Pflanzen gewonnen, da sie dort in der höchsten Konzentration vorhanden sind. Der Gehalt von Cannabinoiden hängt von geographischer Herkunft, Sorte und auch anschließender Lagerung und Verarbeitung der jeweiligen Pflanze ab. Die beiden bekanntesten Cannabinoide sind wohl Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC), von denen letzteres im Jahr 1964 entdeckt und bisher am meisten analysiert wurde. Hier können Sie mir zur Botanik von Cannabis erfahren: Unterschied zwischen Cannabis und Hanf.

Was die Wirkung angeht, sind die in Cannabis enthaltenen Phytocannabinoide unterschiedlich beschaffen. Manche von ihnen können die entsprechenden Rezeptoren des Körpers aktivieren, während andere eine gegenteilige Wirkung haben und sie sogar hemmen. Einige zeigen nach dem heutigen Stand wiederum keine Reaktion bezüglich der Rezeptoren. Allerdings haben manche von ihnen – wie zum Beispiel CBD – ein medizinisches Potential, das fortlaufend erforscht wird. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Phytocannabinoide der Hanfpflanze.

CannabinoidCannabinoid-Name
CBGACannabigerolsäure
CBGVACannabigerovarinsäure
CBGCannabigerol
CBGVCannabigerovarin
THCATetrahydrocannabinolsäure
THCVATetrahydrocannabivarinsäure
THC (Δ9)Δ9-Tetrahydrocannabinol
THCVTetrahydrocannabivarin
CBNACannabinoläure
THC (Δ8)Δ8-Tetrahydrocannabinol
CBNCannabinol
CBDACannabidiolsäure
CBDVACannabidivarinsäure
CBDCannabidiol
CBDVCannabidivarin
CBCACannabichromanonsäure
CBCVACannabichromvarischsäure
CBCCannabichromanon
CBCVCannabichromvarisch
CBLCannabicyclol
CBLACannabicyclolsäure

Phytocannabinoide anderer Pflanzen

In der jüngsten Forschung hat sich herausgestellt, dass auch andere Pflanzen Stoffe produzieren, die an die Rezeptoren CB1 und CB2 andocken können. Nach wie vor ist die Hanfpflanze die Hauptquelle für die CBD Herstellung, aber es gibt auch andere Arten, in denen chemische Verbindungen nachgewiesen werden können, die ähnliche Wirkweisen wie Cannabinoide haben. Im Folgenden schauen wir uns einige dieser Pflanzen an:

  • Pfefferstrauch: Diese Pflanze enthält Terpene wie Beta-Caryophyllen, welches entzündungshemmend sein soll. Es kann an die CB2-Rezeptoren andocken und dadurch seine Wirkung entfalten.
  • Kakao: Studien haben gezeigt, dass Kakao vermutlich drei verschiedene chemische Verbindungen enthält, die Cannabinoiden zumindest in ihrer Wirkung ähneln. So kann Kakao das ECS indirekt beeinflussen, indem er die Wirkung des FAAH-Enzyms hemmt. Hierdurch kann sich der Gehalt an dem körpereigenen Anandamid erhöhen, welches das Wohlbefinden steigern und entspannen soll.
  • Sonnenhut: Sonnenhut kann dabei helfen Erkältungssymptome zu lindern, und wird hierzu gerne genutzt. Abgesehen davon hat sich der Sonnenhut aber auch als ein Lieferant für Cannabimimetika herausgestellt. Diese verhalten sich ähnlich wie Cannabinoide und sollen das Schmerzempfinden, das Immunsystem und auch Entzündungen im Körper beeinflussen können.

Körpereigene Cannabinoide

Bei den körpereigenen Cannabinoiden (Endocannabinoide) handelt es sich um chemische Verbindungen, die der Körper selbst herstellen kann. Zudem wirken diese Stoffe auf das körpereigene ECS, das zusammen mit den Cannabinoiden entdeckt wurde. Einige der prominentesten Endocannabinoide sind Anandamid, 2-Arachidonoyl-glycerol und auch Virodhamin. Der erste Stoff ist eine ungesättigte Fettsäure, welche ähnlich wie Cannabidiol und THC an die Cannabinoid-Rezeptoren andocken kann. Der Körper kann durch die Bildung von Endocannabinoiden das eigene System beeinflussen und damit verschiedene Funktionen des Nervensystems regulieren. Genau diese Funktionen möchte die Medizin sich zunutze machen.

Welche Rezeptoren gibt es?

Das ECS in dem die Cannabinoide reagieren, ist ein Teil des Nervensystems und sowohl bei Menschen, als auch Tieren vorhanden. Hier sind auch die entsprechenden Rezeptoren enthalten. Dabei kann man zwischen den CB1 und den CB2 Rezeptoren unterscheiden, wobei der erste Rezeptor vor allem im Bereich der Nervenzellen, nämlich im Kleinhirn und im Hippocampus vorhanden ist. Diese Bereiche des Gehirns steuern vor allem die Verarbeitung von Informationen und die Motorik. Neben diesem Bereich gibt es die CB1-Rezeptoren auch im Verdauungssystem sowie den Nieren. Die CB2-Rezeptoren findet man hingegen vor allem im Immunsystem und Zellen, die für Knochenauf- und Abbau zuständig sind.

Die Rezeptoren dieses komplexen Systems werden durch körpereigene Cannabinoide reguliert. Anstatt diese Stoffe zu speichern, werden sie nach Bedarf im Körper produziert und sollen so verschiedene Funktionen haben. Nach aktuellen Erkenntnissen sollen Cannabinoide so zum Beispiel entzündungshemmend wirken. Auch das Schmerzempfinden soll über dieses System reguliert werden. Zudem sollen Cannabinoide eine beruhigende Wirkung haben und werden daher zum Beispiel bei Unruhezuständen oder Schlaflosigkeit eingesetzt. Mögliche CBD Öl Nebenwirkungen können Mundtrockenheit, Abgeschlagenheit oder auch Appetitlosigkeit sein. Zudem kann es zu CBD Öl Wechselwirkungen mit Medikamenten wie der Antibaby-Pille kommen und deren Wirkung gehemmt werden. Wie genau Cannabinoide auf den Körper wirken, wird laufend erforscht und es sind noch nicht alle Fragen beantwortet.

Synthetische Cannabinoide und ihre Risiken

Synthetische Cannabinoide sind Stoffe, die künstlich hergestellt werden. In den letzten Jahren sind auf dem Markt immer mehr vermeintliche CBD Produkte aufgetaucht, die mit solchen synthetischen Stoffen bearbeitet wurden. Nach dem Konsum können diese Stoffe mehrere Wochen bis Monate im Blut nachweisbar sein. Dies kommt allerdings immer auf den jeweiligen Stoff an. Die chemischen Verbindungen sollen dabei eine ähnliche Wirkung wie THC haben. Allerdings kann die Einnahme dieser Cannabinoide gefährlich für die Konsumenten sein, da diese oft unter nicht ausreichenden Sicherheitsbedingungen hergestellt werden und falsch dosiert oder gar giftig sind. So kann es bei dem Konsum dieser Stoffe zu ernsten Nebenwirkungen wie Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit oder im schlimmsten Fall dem Tod kommen. Leider kann man mit bloßem Auge oder durch den Geruch nicht erkennen, ob es sich um ein solches Produkt handelt. Daher sollte man niemals Produkte aus dem Schwarzmarkt kaufen, bei denen man sich nicht sicher ist, unter welchen Umständen die Produkte produziert worden sind.

Quellenverzeichnis

[1] Alkylamides from Echinacea Are a New Class of Cannabinomimetics – Journal of Biological Chemistry (jbc.org)

[2] Tea catechins’ affinity for human cannabinoid receptors – ScienceDirect

FAQ – Häufig gestellte Fragen

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Das Wichtigste in Kürze

Das CBD, welches den Produkten die CBD Wirkung erteilt, ist Teil der Gruppe der Cannabinoide. Diese sind chemische Verbindungen, die an das Endocannabinoid-System andocken und so die Cannabinoid-Rezeptoren beeinflussen.

Es wird dabei zwischen den körpereigenen Cannabinoiden, den synthetisch hergestellten Cannabinoiden und den Phytocannabinoiden der Pflanzen unterschieden. Die Phytocannabinoide der Hanfpflanze werden aus den Blüten der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Manche dieser Cannabinoide können die entsprechenden Rezeptoren des Körpers aktivieren, manche können sie hemmen und andere zeigen keine Wirkung.

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