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Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum

4 Min. Lesezeit
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Cannabis ist sicherlich nicht die schlimmste Droge, auch wenn manch ein Gegner der geplanten Cannabis Legalisierung anderer Meinung ist. Dennoch birgt diese vielfältig einsetzbare Heilpflanze gewisse Risiken und Nebenwirkungen. Einige Studienergebnisse deuten sogar darauf hin, dass es als Cannabis Nebenwirkung zu dauerhaften Veränderungen im Gehirn und damit zu einer Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum kommen kann. Wie immer sind Jugendliche besonders gefährdet.

Die am meisten gefürchtete Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum ist die Cannabis Psychose. Aber auch das Amotivationale Syndrom wird immer wieder als typisches Kifferverhalten bzw. als eine der langfristigen Folgen von Cannabiskonsum beschrieben. Um herauszufinden, ob Langzeitkiffer wirklich eine Wesensveränderung oder eine andere Erkrankung fürchten müssen, haben wir uns einige Studien zum Thema genauer angeschaut.

Das Wichtigste in Kürze
  • Langjähriger Cannabiskonsum kann zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führen.
  • Unmotiviert und antriebslos gilt als typisches Kiffer-Verhalten.
  • Sehr stark THC-haltige Cannabisblüten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Psychose auftritt.
Inhaltsverzeichnis
Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum

Amotivationales Syndrom – unmotiviert und antriebslos als typisches Kiffer Verhalten?

Es gilt als typisches Verhalten eines Kiffers: unmotiviert und antriebslos leben sie in den Tag hinein. Das Leben mit einem Kiffer kann ganz schön zäh sein.

Der Comedian Vincent Pfäfflin[1] treibt dieses Klischee regelmäßig auf die Spitze. Wenn er durch seine kleinen Kiffer Augen blickt und im lethargisch anmutenden Tonfall von seinem Alltag erzählt, dann fühlen wir uns entweder ertappt oder haben zumindest einen befreundeten Menschen im Kopf, der genau diesem Bild des Kiffers entspricht.

William McGlothlin und Louis West machten bereits 1968 den Cannabiskonsum ihrer Studenten für deren schlechte Leistungen, mangelnde Motivation und eine an Apathie grenzende Tiefenentspanntheit verantwortlich. In einem wissenschaftlichen Fachartikel äußerten sie ihre Befürchtung, dass es zu einer Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum kommen könnte und gaben dieser Wesensveränderung den Namen Amotivationales Syndrom.

Faulheit und Gleichgültigkeit als psychische Folgen von Cannabiskonsum? Kritik ließ nicht lange auf sich warten – beispielsweise vom US-amerikanischen Soziologen Erich Good. Er verglich die Leistung von 560 Studierenden und kam zu dem Ergebnis, dass ausgerechnet von den Gelegenheitskiffern die besten Leistungen erzielt wurden. Bis heute konnte nicht abschließend geklärt werden, ob es so etwas wie ein Amotivationales Syndrom wirklich gibt, weil die wenigen wissenschaftlichen Studien zum Thema zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen.[2]

Das entspricht auch der persönlichen Erfahrung vieler Menschen: So haben sie Kiffer im Freundeskreis, die vor Produktivität, Kreativität und Tatendrang kaum zu halten sind. Und dann gibt es die Antriebslosen, die einfach nur high sein und ansonsten nichts anderes machen möchten. Entscheiden sie sich nach Monaten oder Jahren der Isolation mit dem Kiffen aufzuhören, scheint sich ein Schleier von ihnen zu lösen und auf einmal sind sie wieder erreichbar, unternehmungslustig und für jeden Spaß zu haben. Ein typisches Kiffer-Verhalten gibt es unserer Meinung nach nicht. Und dennoch gibt es typische Kiffer Merkmale anhand derer man den ein oder anderen Konsumenten erkennen kannt, wie du im verlinkten Beitrag über die Cannabissucht nachlesen kannst.

Typisches Kiffer-Verhalten?

Die typischen Verhaltensmuster von Cannabiskonsumenten reichen von euphorisch oder gelassen, locker und entspannt, bis hin zu unkonzentriert, vergesslich und verlangsamt im Denken und Sprechen. Im Extremfall kann das Verhalten eines Kiffers von Unzuverlässigkeit, Ängstlichkeit und einem sozialen Rückzug geprägt sein. Ein typisches Kiffer-Gesicht gibt es übrigens nicht, auch wenn die häufig stark geröteten Augen schon manchen Kiffer verraten haben.

Typisches Kiffer Verhalten
Was gilt als typisches Kiffer-Verhalten?

Persönlichkeitsveränderung oder Cannabiskonsum – was war zuerst?

In Bezug auf die Hypothese eines Amotivationalen Syndroms äußerte sich auch ein Forschungsteam um Studienleiter und Forscher David Kupfer kritisch. Sie stellten 1973 einen Vergleich zwischen Gelegenheitskiffern und häufigen Cannabiskonsumenten an. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass dem Cannabis-Konsum in der Regel depressive Symptome vorausgehen und dass die verminderte Motivation wohl eher eine Folge der Depression ist und nicht der Cannabis Wirkung.

Diese Kritik von Kupfer machte schon vor knapp 50 Jahren auf ein Missverständnis aufmerksam, dem noch heute viele Menschen aufsitzen – von Journalisten bis Politikern: Eine Korrelation ist nicht gleichbedeutend mit einer Kausalität und der Konsum von Cannabis endet nicht zwangsläufig als Patient in der Psychatrie, auch wenn Cannabis eine Halluzination oder gar eine Psychose auslösen kann.

Der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität

Eine Korrelation sagt lediglich aus, dass ein Zusammenhang zwischen zwei Variablen besteht (beispielsweise, dass Menschen, die harte Drogen nehmen, davor weiche Drogen konsumiert haben). Dabei kann eine Variable von der anderen verursacht werden, es kann aber auch genauso gut sein, dass eine dritte (unbekannte) Variable die anderen Zwei beeinflusst (beispielsweise das soziale Umfeld, traumatische Erlebnisse oder die genetische Veranlagung). Erst wenn ein Zusammenhang aus Ursache und Wirkung zwischen zwei Variablen festgestellt wird – also die eine sicher von der anderen verursacht wird – spricht man von Kausalität.

Zwar blicken viele Drogenabhängige auf einen langen Weg zurück, der bei Alkohol und Zigaretten begann und über Cannabis zu härteren Drogen führte. Doch daraus zu schließen, dass Cannabis ursächlich für den weiteren Drogenkonsum verantwortlich ist, dürfte höchstens in Ausnahmefällen der Wahrheit entsprechen. Viel naheliegender ist, dass die Neigung zum Missbrauch von Genussmitteln und Drogen schon vor dem Kiffen bestand – das Kiffen also nur eine Zwischenstation war.

Womöglich spielen Korrelation und Kausalität auch eine Rolle bei der Bewertung der Frage, ob Cannabis bei ADHS sinnvoll oder schädlich ist.

Langfristige Folgen von Cannabiskonsum: Strukturelle Veränderungen im Gehirn

Wenn Cannabis keine Einstiegsdroge ist und ein Amotivationales Syndrom womöglich gar nicht existiert – ist Kiffen dann völlig ungefährlich?

Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Für Jugendliche sogar ein NEIN mit 5 Ausrufezeichen, denn das jugendliche Gehirn kann durch den Konsum von Cannabis – insbesondere THC – dauerhaft Schaden nehmen.

Die Hirnentwicklung von Heranwachsenden wird u.a. von Endocannabinoiden gesteuert. Diese werden vom Körper selbst hergestellt und ähneln den im Cannabis enthaltenen Cannabinoiden. Werden diese nun von außen hinzugefügt – ob als Joint, Haschkecks oder Cannabisöl – stören sie das Endocannabinoid System bei dessen Arbeit.

Besonders stark war der Einfluss der Cannabinoide auf den präfrontalen Kortex, der laut einer Studie bei vielen Kiffern weniger stark entwickelt ist.[3] Diese Hirnregion ist u.a. für die Impulskontrolle zuständig und besitzt viele Andockstellen für die Cannabinoide. Tests ergaben, dass Kiffer mit auffälligen Hirnscans (einer dünneren Hirnrinde) impulsiver reagierten als Teilnehmer der Kontrollgruppe. Zudem konnten sie sich schlechter konzentrieren.[4]

Aber auch erwachsene bzw. “ausgewachsene” Kiffer sind vor langfristigen Folgen des Cannabiskonsums nicht geschützt. Auch bei ihnen könnte das langjährige Kiffen zu Veränderungen am Gehirn führen und es damit zu einer Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum kommen.

Für eine Studie aus dem Jahre 2008 wurden die Gehirne von 15 Langzeitkiffern (5 Joints am Tag oder mehr über einen Zeitraum von 10 Jahren oder länger) im Magnetresonanztomographen untersucht. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass es durch hochdosierten, langzeitigen Konsum zu einer dosisabhängigen Veränderung im Hippocampus und in der Amygdala kommt und dass Cannabis damit einen schädlichen Einfluss auf das Gehirngewebe, sowie die psychische Gesundheit hat. Wobei die Frage nach Korrelation und Kausalität offen bleibt.[5]

Mögliche Persönlichkeitsveränderungen

Diskutiert werden mögliche Wesensveränderungen durch den Cannabiskonsum, von einer gesteigerten Impulsivität, bis hin zur Angststörung, Gleichgültigkeit, Depression, bipolaren Störung oder gar Schizophrenie. Wer psychisch vorbelastet ist, trägt zudem ein erhöhtes Psychose-Risiko.

Zudem zeigte sich in der Studie ein Zusammenhang zwischen der Cannabis-Exposition und der Entwicklung von psychotischen Symptomen (Positivsymptomatik).

Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum – die Cannabis Psychose

Eine Psychose durch Kiffen ist vermutlich die größte Gefahr, die mit dem Konsum von Cannabis verbunden ist. Zumindest ist sie eines der häufigsten Argumente der Legalisierungsgegner.

Bei einer Psychose kann es u.a. zu einer gestörten Wahrnehmung der Realität und einer Ich-Störung kommen. Es gibt verschiedene Psychose-Ursachen, wobei gestrecktes Hasch oder gestrecktes Gras vermutlich seltener die Ursache für psychotische Symptome sind, als es manch einem Langzeitkiffer lieb wäre.

Viel eher scheinen extrem THC-haltige Cannabissorten und eine genetische Disposition das Psychose-Risiko zu erhöhen.

Warum CBD rauchen womöglich die bessere Idee ist, woran man eine Psychose erkennen kann und wieso du bei den ersten Psychose Anzeichen sofort mit dem Kiffen aufhören solltest, erfährst du in unserem Artikel über die Cannabis Psychose. Spoiler: Auch bei der Cannabis-Psychose spielen Korrelation und Kausalität eine überraschende Rolle.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was ist Kiffen?

Das Rauchen von Cannabis – ob als Joint, Blunt oder Spliff – wird als Kiffen bezeichnet und ist eine Form, wie man Cannabis konsumieren kann.

Was sind typische Kiffer Merkmale?

Typisch ist eine Verhaltensänderung direkt nach dem Konsum – jedoch kann diese je nach Konsument und Cannabisblüte sehr unterschiedlich ausfallen. Leichter fällt es, einen Kiffer an den geröteten Augen zu erkennen.

Welche Auswirkungen kann Haschischkonsum haben?

Die Auswirkung von Haschischkonsum kann sehr vielfältig sein. Für gewöhnlich kommt es zu einer veränderten Wahrnehmung der Realität, weshalb nach dem Konsum auf das Autofahren verzichtet werden muss.

Was ist eine Psychose?

Als Psychose wird in der Regel eine Reihe von psychischen Störungen bezeichnet, die in vielen Fällen nur vorübergehend sind. Das Krankheitsbild der Psychose kann sehr vielfältig sein und ist dadurch gekennzeichnet, dass Betroffene die Realität verändert wahrnehmen.

Wie ist die CBD Wirkung auf die Psyche?

Die CBD Wirkung ist Gegenstand laufender Forschung. Viele Konsumenten setzen CBD zur Entspannung ein. Zudem scheint CBD das Potential zu haben, bei psychotischen Störungen wie einer Schizophrenie zum Einsatz zu kommen. Jedoch ist auch hier noch weitere Forschung nötig.

Quellenverzeichnis

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