Terpen-Überblick

Terpene

Kris Pribicevic
Kris Pribicevic
4 Min. Lesezeit

Terpene bestimmen den Geschmack und Duft von Pflanzen und sind bei Cannabispflanzen hauptsächlich in den Cannabisblüten vorzufinden. Terpene sind sozusagen Duftmoleküle, die für das charakteristische Aroma von Pflanzen wie Cannabis verantwortlich sind. Terpene riechen aber nicht nur angenehm, sondern werden weltweit auch begleitend bei Aromatherapien eingesetzt.

Warum sich Terpene in Kombination mit den harzigen Knospen so großer Beliebtheit erfreuen und wie Terpene die positive Wirkung von Cannabinoiden unterstützen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze
  • Terpene bestimmen den Geschmack und Duft von Pflanzen und sind sozusagen Duftmoleküle
  • Duftmoleküle sind chemische Verbindungen, die in Bäumen, Pflanzen, Obstsorten und Insekten vorzufinden sind
  • Terpene besitzen eine Vielzahl an wohltuenden Effekten und entfalten ihre Wirkung größtenteils über den Geruchssinn
  • Terpene werden in Form von ätherischen Ölen in der Aromatherapie eingesetzt
Inhaltsverzeichnis
Terpene

Was sind Terpene?

Terpene sind chemische Verbindungen bzw. sekundäre Inhaltsstoffe, die hauptsächlich in Bäumen, Pflanzen, einigen Obstsorten sowie Insekten vorzufinden sind. Die chemische Terpen-Grundstruktur ist gleich, jedoch sehen sie aber ganz unterschiedlich aus. Diese Unterscheidung im Aufbau spiegelt sich im Duft, Geschmack und der Wirkung wider. Wie bereits erwähnt, sind Terpene grundsätzlich für den Geschmack und Duft von Pflanzen maßgeblich. Die Kombination der unterschiedlichen Verbindungen definieren die Duftnote auch bei den verschiedenen Cannabissorten.[1] Bereits seit Jahrtausenden werden aus vielen Gewächsen natürliche Terpene gewonnen und damit natürliche Extrakte hergestellt.

Terpene die in der Natur vorkommen

Insgesamt gibt es über 8.000 Terpene und 30.000 Terpenoide, die mit den Terpenen verwandt sind. Der Name selbst stammt von dem im Baumharz gefundenen Terpentin, dass aus einer Mischung aus Harzsäuren und Kohlenwasserstoff besteht. Alle Terpene bauen auf eine Isopreneinheit auf und wurden von den Forschern und Nobelpreisträgern Otto Wallach, Feodor Lynen und Konrad Bloch im 19. und 20. Jahrhundert erforscht.

Terpene kommen in allen Pflanzen vor, die höchste Terpen-Konzentration liegt jedoch in den Blüten vor. Der Grund hierfür ist simpel: Das Aroma der Terpene lockt Insekten an, damit diese bestäubt werden. Umgekehrt schützen Terpene als natürliches Insektizid auch vor Schädlingen. Die Natur ist verblüffen, so setzen Bäume bei steigenden Temperaturen auch mehr Terpene frei. Dadurch werden tatsächlich Wolken produziert, welche sich regulierend in der Temperatur auswirken und Pflanzen vor zu viel Sonne schützen können.

Verschiedene Insekten nutzen Terpene und dessen intensiven Duft, um ihre Artgenossen zur Futterstelle zu lotsen. Dabei enthalten Terpenoide funktionelle Gruppen, während Terpene einfache Kohlenwasserstoffe sind.

Klassifizierung von Terpenen

Die Klassifizierung findet nach Terpenen und der ähnlichen Terpenoiden statt. Terpenoide enthalten funktionelle Gruppen, wobei hingegen Terpene einfache Kohlenwasserstoffe sind. Beide Verbindungen können wie bei Pflanzen noch weiter unterteilt werden.

Terpene die den organischen Kohlenwasserstoffverbindungen angehören, werden auch als Isoprene bezeichnet und in folgende Gruppen unterteilt:

Monoterpene
Monoterpen bestehen aus zwei Isoprenketten mit je 5 Kohlenstoffmolekülen. Die Monoterpene Myrcen, Limonen, Terpinolen, Pinen und Linalool kommen in Weed Sorten vor.

Sesquiterpene
Sesquiterpene bestehen aus drei Isoprenketten und haben 15 Kohlenstoffmoleküle. Sequiterpene sind z. B. Humulen und Caryophyllen.

Triterpene
Triterpene kommen hauptsächlich in den Fasern, Samen und Wurzeln von industriellem Hanf vor. Sie bestehen aus 30 Kohlenstoffmolekülen, wobei die Terpenproduktion durch Lichtstrahlung angeregt wird.

Die nachfolgende Übersichtstabelle bietet einen Überblick der verschiedenen Terpenklassen und ihrer typischen Vertreter [2]

KlasseSubstanzenKommt vor in:
HemiterpenePrenolOrange
Hopfen
Monoterpene(+)-Valtrat
(-)-Oleuropin
Cuminaldehyd
(-)-Menthol
Curry
Pfefferminzöl
Oliven
Baldrian
Sesquiterpene Curcumene
Bisabolol
Capsidiol
Paprika
Kamille
Ingwer
Diterpene(-)-Taxol
Rosmanol
Ginkgolide
Ginkgo
Pazifische Eibe
Rosmarin
Sesterterpene(-)-Neomanoalid
Ceriferol
Insekten
Meerschwamm
TriterpeneOleanolsäure
Betulinsäure
Betulin
Limonoide
Birken
Citrusfrüchte
Platanen
Oliven
Mistel
Nelken
TetraterpeneCarotinoidegrünes Gemüse
orangenes Obst
Polyterpen (Polyprene)cis-Polyisopren
trans-Polyisopren
Guttapercha
Heveakautschuk

Was bewirken Terpene beim Menschen?

Terpene besitzen eine Vielzahl an wohltuenden Effekten. Großteils entfalten Terpene ihre Wirkung über den Geruchssinn. Deshalb werden Terpene oft in Form von ätherischen Ölen in der Aromatherapie eingesetzt. Denken Sie selbst nur einmal an eine Duftlampe, über welche die  angenehmen und wohltuenden Düfte im Raum verteilt werden.[3]

Terpene können ebenso wirkungsvoll über die Haut aufgenommen werden. So können mit Terpenen angereicherte ätherische Öle auf die Haut aufgetragen werden. Hierfür gibt es mittlerweile viele verschieden Pflege- und Kosmetikprodukte. Terpene dienen auch als natürliche Konservierungsmittel, um Bakterienansammlungen in Lebensmitteln zu verhindern.

Terpene sind wahre Alleskönner! Die universellen Eigenschaften der Terpene sind auch Bestandteil wissenschaftlicher Forschung. Generell ist die Wirkweise von Terpenen noch nicht bis ins Letzte erkundet und es fehlt noch an wissenschaftlicher Evidenz, um die Terpenenwirkung für therapeutische Zwecke zu belegen.

Studien in der Cannabisforschung werden mit Sicherheit auch die lang vernachlässigten Bestandteile der Hanfpflanze untersuchen, um mehr Erkenntnisse über den therapeutischen Nutzen zu liefern. So werden zukünftig Fragen, ob und wie Terpene das Endocannabinoid System stimulieren, beantwortet werden.

Die bekanntesten Terpene im Überblick

Die bekanntesten Terpene kommen besonders in Zitrusfrüchten, Nadelbäumen und Kräutern vor. Wir erkennen Sie besonders leicht an ihrem Geruch. Auch Cannabis enthält viele Terpene!

Hier finden Sie eine Übersichtstabelle mit den wichtigsten Terpenen, die auch in der Cannabispflanze vorkommen:

TerpeneWirkung und Eigenschaften der Terpene
Myrzene

  • Aroma: Duftnoten von Zitrusfrüchten und nelkenartig

  • Schmeckt nach: Zitrusfrüchte

  • Kommt vor in: Früchten, Kräuter, Cannabis, Geranien, Balsamico

  • Angenommene Wirkung: beruhigend und entzündungshemmend

Limonene

  • Aroma: Duftnoten von Zitronen und Orangen

  • Schmeckt nach: Minz- und Zitronengeschmack

  • Kommt vor in: Pfefferminze, Orange, Cannabis, Wacholder

  • Angenommene Wirkung: stimmungsaufhellend

Linalool

  • Aroma: Würzig und blumig

  • Schmeckt nach: Blume, Koriander, Lavendel, Rose, Zitrone

  • Kommt vor in: Cannabis, Zimt, Zitrusfrüchte, Lavendel, Minze

  • Angenommene Wirkung: schlaffördernd und entspannend

B-Caryophyllene

  • Aroma: Zimt und Holz

  • Schmeckt nach: Gewürzen und Hopfen

  • Kommt vor in: Vollkorn, schwarzer Pfeffer, Basilikum, Vollkorn, Feigen, Cannabis

  • Angenommene Wirkung: entzündungshemmend und entspannend

Humulene

  • Aroma: erdig und würzig

  • Schmeckt nach: Gewürze, Pfeffer, Hopfen

  • Kommt vor in: Basilikum, Koriander, Cannabis, Nelke

  • Angenommene Wirkung: entzündungshemmend

Alpha/Beta Pinene

  • Aroma: Rosmarin und Pinienwald

  • Schmeckt nach: Rosmarin, Pinien, Cannabis, Kiefer

  • Kommt vor in: Petersilie, Nadelbaum, Orangenschalen

  • Angenommene Wirkung: konzentrationssteigernd und angstlösend

Eucalyptol

  • Aroma: Minze und Eukalyptus

  • Schmeckt nach: kühlend und würzig

  • Kommt vor in: Eukalyptus, Teebaum, Lorbeerblätter, Cannabis

  • Angenommene Wirkung: entzündungshemmend und antimikrobiell

Terpineol

  • Aroma: blumig

  • Schmeckt nach: süßer Limettenfrucht

  • Kommt vor in: Kiefern, Flieder, Lindenblüten, Cannabis

  • Angenommene Wirkung: entzündungshemmend und antibakteriell

Geraniol

  • Aroma: Zitronengras und Rose

  • Schmeckt nach: Zitronenschalen, Passionsfrüchten, Pfirsich

  • Kommt vor in: Zitronen, Geranien, Cannabis

  • Angenommene Wirkung: schlaffördernd

Terpene und Cannabinoide im Zusammenspiel

Aber auch das Zusammenspiel von Cannabinoiden und den Terpenen ist wichtig. Terpene sind nicht nur für den typischen Hanfduft verantwortlich, sondern unterstützen die Wirkung von Cannabinoiden. Der wissenschaftliche Begriff für diesen Synergieeffekt ist der „Entourage Effekt“, welcher besagt, dass Stoffe im Verbund besser wirken als isoliert.

Oder um es mit den Worten von Aristoteles auszudrücken:
„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

Fazit

Die potenzielle Wirkung von Terpenen ist sehr vielversprechend. Die organischen, in der Natur vorkommenden Verbindungen können einen hohen Nutzen in verschiedensten Therapieformen einnehmen. Dies zeigen auch jahrelang zurückliegende Erfolge in der traditionellen Medizin. Insbesondere die Wechselwirkung der Terpene und weiteren Wirkstoffen der Cannabispflanze sind in einer ergänzenden Anwendung sehr hoffnungsvoll.

Beliebte Sorten mit verschiedenen Terpenen

Terpene bestimmen den Duft und Geschmack von Cannabispflanzen. Es steckt eine große Zahl dieser Duftstoffe in Cannabis und so hat jede Sorte seine eigenen Aromen und Wirkungen.

Wir helfen, Klarheit zu schaffen!

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was sind die Vorteile von Terpenen?

Terpene haben eine Vielzahl an wohltuenden Effekten. Aus diesem Grund finden sie unter anderem in der Aromatherapie in Form von ätherischen Ölen Anwendung. In Zusammenhang mit Cannabinoide können sie den Entourage-Effekt begünstigen.

Welche Terpene helfen bei Ängsten und Krämpfen?

Das Terpene Alpha/Beta Pinene, welches unter anderem in der Petersilie und Orangenschalen vorkommt, hat eine angstlösende angenommene Wirkung. Dieses Terpene schmeckt nach Rosmarin, Pinien, Cannabis und Kiefer. Das Terpene Myzene hingegen hat eine angenommene beruhigende und entzündungshemmende Wirkung. Dieses Terpene schmeckt nach Zitrusfrüchte und kommt in Früchten, Kräutern, Balsamico und Geranien vor.

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