Was ist CBD

Was ist CBD?

Der Einsatz von Cannabis für medizinische Zwecke ist in den letzten Jahren immer mehr in das Rampenlicht der Medien gerückt. Viele Ärzte sehen in Cannabis ein zukünftiges Medikament, welches vielen Menschen auf natürliche Weise mit Schmerzen und psychischen Problemen helfen könnte. Mittlerweile konnten über 450 Bestandteile in der Hanfpflanze bestimmt werden. Neben Terpenen, Flavonoiden und anderen Pflanzenstoffen erfreuen sich die Phytocannabinoide eines besonders hohen Interesses. Es konnten bislang über 100 Phytocannabinoide in der Hanfpflanze nachgewiesen werden. Davon am besten bekannt ist Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) sowie Cannabigerol (CBG).

Forscher haben in den letzten Jahren einen nicht psychoaktiven Wirkstoff in der Hanfpflanze entdeckt, vielmehr weist dieser Stoff beachtliche Wirkweisen auf. Dieser Stoff nennt sich Cannabidiol, oder kurz gesagt CBD. Dieser Stoff wirkt sich im Vergleich zu Tetrahydrocannabinol (THC) nicht berauschend aus, das heißt Cannabidiol macht nicht High. Besonders interessant sind die Auswirkungen von CBD auf den menschlichen Körper und das damit verbundenen Endocannabinoid-System. Der Einsatz von Cannabidiol erfreut sich im komplementären Bereich aufgrund der positiven Erfahrungsberichte einer zunehmenden Beliebtheit.

In Deutschland werden CBD Produkte meist als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dadurch dürfen keine Heilversprechen mit diesen Produkten abgegeben werden. Dennoch gibt es bereits zahlreiche Studien, die positive Effekte und ein steigendes Wohlbefinden mithilfe des Wirkstoffes Cannabidiol nachgewiesen worden sind.

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Übersicht

Wie wirkt CBD?

Cannabidiol, eins der Cannabinoide der weiblichen Hanfpflanze, wirkt im menschlichen Körper durch ein Zusammenspiel mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System. Dieses ist für die Regulierung unseres Nervensystems zuständig und hat somit einen Einfluss auf diverse Funktionen im Körper, wie z. B. die Muskelentspannung, Schmerzlinderung, das Schlafverhalten, sowie die Wundheilung. CBD beeinflusst die Produktion des körpereigenen Cannabinoids Anandamid positiv, welches für die Ausschüttung von Glückshormonen zuständig ist.

Der menschliche Körper verfügt über körpereigene Cannabinoide sowie Cannabinoid-Rezeptoren im Endocannabinoid-System. Dafür ist der CB1-Rezeptor im Gehirn und der CB2-Rezeptor im Rest des Körpers wichtig. Beide Rezeptoren helfen dabei, das CBD an die entsprechenden Stellen im Endocannabinoid-System zu verteilen und dieses dadurch zu beeinflussen. Durch diesen Vorgang können wichtige Stoffwechselprozesse ausbalanciert werden.

Der CB1-Rezeptor spielt vor allen Dingen für unsere motorischen, mentalen, als auch emotionalen Kräfte eine Rolle. Er beeinflusst unter anderem unsere Bewegungsfähigkeit, die Koordination, unsere Stimmung, aber auch die Konzentrationsfähigkeit und unser Erinnerungsvermögen. Die CB2-Rezeptoren beeinflussen dafür das gesamte Immunsystem und haben eine lindernde Wirkung auf das Schmerzempfinden und Entzündungen.

Was bisher noch nicht ausreichend erforscht wurde ist, ob CBD die Cannabinoid-Produktion im Körper anregt oder direkt auf die Rezeptoren im Körper einwirkt. Hier stehen der Wissenschaft noch keine ausreichenden Kenntnisse zur Verfügung.

Des Weiteren hat CBD einen Einfluss auf den Vanilloid-Rezeptor Typ1 im Körper. Dieser wurde in einer Studie von T. Bisogno, L. Hanus, L. De Petrocellis, S. Tchilibon, D. E. Ponde, I. Brandi, A. S. Moriello, J. B. Davis, R. Mechoulam, V. Di Marzo im Zusammenhang mit CBD erforscht.[1]

CBD wird im im Körper aktiv durch:

  • Bindung an den Nucleosid-Transporter-1. Es harmonisiert die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Adrenalin und Noradrenalin.
  • Bindung an den GPR55-Rezeptor und ergänzt dessen entzündungshemmende Wirkung.

CBD kann, wie aus folgenden Quellen entnommen, folgendermaßen wirken:

  • gegen freie Radikale [2]
  • gegen Bakterien [3]
  • blutdrucksenkend [4]
  • beruhigend bei Erbrechen und Übelkeit [5]
  • hemmend bei schädlichem Zellwachstum von Tumoren oder Krebs [6]
  • gegen Schuppenflechte [7]
  • stärkend für das Knochenwachstum [8]
  • stärkend für das Immunsystem [9]
  • Nervenschützend [10]

Wie lange ist CBD im Blut nachweisbar?

CBD lässt sich nach Gebrauch drei bis vier Stunden im Körper nachweisen, was allerdings von der Körpergröße, dem Gewicht, der allgemeinen Verfassung der Person und der Dosierung abhängt. Wenn CBD über einen längeren Zeitraum regelmäßig angewendet wird, kann die Wirkung bis zu einer Woche im Blut nachweisbar sein.

Wieviel CBD pro Tag?

Wieviel CBD Sie am Tag zu sich nehmen, hängt von der Anwendungsmenge, der Dosierung und Ihrer Körpergröße ab. Für den alltäglichen, regelmäßigen Gebrauch kann die sogenannte Mikrodosierung ausreichend sein. Für Menschen die CBD aufgrund chronischer Beschwerden einsetzen, kann die Dosis durchaus höher ausfallen (Standarddosis). Für dauerhaft schwere Erkrankungen, wie z. B. Epilepsie oder Krebs können medizinische Makrodosen verabreicht werden. In Sachen Dosierung ist es notwendig einen Arzt oder Apotheker hinzuziehen, um eine detaillierte Anwendungs- und Dosierungsanleitung zu erhalten.

Die Grundlage für die Bildung einer Dosierungsanleitung kann dem Buch „CBD: A Patient’s Guide To Medical Cannabis“ von Leonard Leinow und Juliana Birnbaum entnommen werden. Sie sind Spezialisten für CBD und Pioniere in diesem Bereich der Hanfindustrie. In diesem Buch werden mögliche Anwendungsbereiche wie nachfolgend zugeordnet.

Mikrodosis (0,5 bis 20mg CBD am Tag)

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • PTSD Trauma
  • Probleme mit dem Stoffwechsel
  • Stimmungstiefs
  • Übelkeit
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Stress

Standarddosis (10 bis 100mg CBD am Tag)

  • Fibromyalgia
  • Autismus
  • chronischen Schmerzen
  • Depressionen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Hautirritationen
  • Stress

Makrodosis (50 – 800mg am Tag)

  • klinisch-medizinischen Zwecken
  • Leberentzündungen
  • Epilepsie
  • Krebserkrankungen

In unserem “CBD-Ratgeber” finden Sie tiefergehende Informationen zur CBD Dosierung.

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Welche CBD Produkte gibt es?

Zu den vielfältigen Produkten von CBD gehören neben Ölen, Vaporizern, Pastillen, Kapseln, Kristallen, Tees, und Pasten mittlerweile auch CBD für Tiere.

CBD-Öl

CBD Öl gibt es als Vollspektrum CBD Öl mit 5% – 25% CBD Gehalt oder auch niedriger dosiert. Hochwertige CBD Öle verwenden CBD Trägeröle auf Basis von Kokosöl (MCT-Öl), Hanfsamenöl, Olivenöl oder anderen natürlichen Ölen. CBD Vollspektrum Öle enthalten neben dem CBD-Extrakt viele weitere Cannabinoide, wichtige Terpene und Flavonoide, welche im Zusammenspiel den Entourage-Effekt begünstigen. CBD Öle können topisch auf der Haut angewendet werden, als Zusatz für Speisen verwendet werden, oder als Tropfen zur sublingualen Einnahme. Die sublinguale Einnahme der CBD Tropfen über die Mundschleimhaut sorgt für den schnellsten Wirkungseintritt.

CBD Kapseln

CBD Kapseln enthalten hochdosiertes CBD und bieten sich als klassische Nahrungsergänzung für z. B. der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. CBD Kapseln sind geschmacksneutral und ebenso einfach und präzise zu dosieren. CBD Kapseln sind oftmals vegan und durch die Einnahme über den Magen braucht es länger bis zum Wirkungseintritt.

CBD Kristalle

CBD Kristalle sind eine isolierte Extraktion von CBD und bestehen zu min. 99% aus reinem CBD. Alle anderen Bestandteile der Hanfpflanze, wie z. B. weitere Cannabinoide oder Terpene, wurden vollständig entfernt.

CBD für Tiere

CBD Öl für Tiere wird laut Kundenerfahrungen dann angewendet, wenn das Tier Angst hat allein zu Hause zu bleiben oder Verdaungsbeschwerden, Schmerzen oder Infektionen hat. Die Wirkung des CBD kann bei Tieren ebenso zum tragen kommen, da Tiere wie auch jedes andere Säugetier ein Endocannabinoid-System besitzen.

CBD Paste

CBD Paste ist mit bis zu 50% CBD-Gehalt eine der am höchsten dosierten CBD Darreichungsformen. Die CBD Paste wird in spritzenähnlichen Dosierspendern abgefüllt, welches eine exakte und präzise Dosierung der Paste ermöglicht.

CBD Vaporizer oder CBD Vape Pens

CBD Vaporizer werden wie ein Stift zum Inhalieren eingesetzt. Sie werden mit echten Terpenen für Duft und Geschmack angereichert. Es gibt CBD Vaporizer die mit sogenannten CBD Kartuschen und dem darin enthaltenen CBD E-Liquid auf PG/VG Basis bestückt sind. Ebenso gibt es Vape Pens ohne PG/VG-Gemisch, wie z. B. die des Herstellers VAAY.

CBD Pastillen

Eine schnelle Form der Einnahme ist das Lutschen von CBD Pastillen. Die süßlichen Lutschpastillen bestehen aus Hanfsamenöl, enthalten ebenfalls natürliche Terpene und CBD. Sie kommen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie z. B. Orange, vor.

Unterschied CBD und THC

CBD ist ein nicht psychoaktiver Bestandteil der Hanfpflanze und kann positiv regulierend auf das Nervensystems des Körpers einwirken, da es das Endocannabinoid-System anregt. Das Endocannabinoid-System hat einen Einfluss auf den Schlaf, die Entspannung, unsere Stressregulation, die Schmerzlinderung und auch die Wundheilung.

THC hingegen ist psychoaktiv und kann deswegen bewusstseinserweiternde Zustände hervorrufen, die als ‘high’ bezeichnet werden.

Die 2 bekannten Wirkstoffe der Cannabispflanze – CBD vs. THC – ein Vergleich

CBD wirkt nicht psychoaktivTHC wirkt psychoaktiv
Kaum und nur schwächere Nebenwirkungen
(gilt laut WHO als sicher)
Stärkere Nebenwirkungen
(kann zur Paranoia führen)
Als Nahrungsergänzung/Aromaöl/Kosmetikum
frei verkäuflich zu erwerben
Verschreibungspflichtig
Fällt nicht unter das BtMGFällt unter das BtMG
CBD dient als Antagonist zu THC und schwächt
das High-Gefühl ab
THC löst ein High-Gefühl aus

Bisher sind nur wenige milde Nebenwirkungen, wie z. B. ein trockener Mund oder Müdigkeit von CBD bekannt. Nichtsdestotrotz ist die Qualität der CBD Produkte wichtig, damit die Reinheit der Öle und Pasten als auch die Hochwertigkeit des CBD’s garantiert sind. Falls CBD-Produkte medizinisch eingesetzt werden sollen, um bspw. Schmerz-Therapien zu begleiten, ist es notwendig dies immer vorab mit Ärzten oder Apothekern zu besprechen.

Während der Schwangerschaft sollte CBD nicht eingenommen werden, da es die Schutzfunktion der Plazenta verringern kann. Alle bisher durchgeführten Studien belegen, dass CBD vielfältig eingesetzt werden kann und einen positiven Einfluss auf Körper, Geist und Seele hat.

Wie wird CBD hergestellt?

Cannabidiol (CBD) kommt in der weiblichen Hanfpflanze vor, die auch als Cannabis Sativa bekannt ist. CBD-reicher Nutzhanf darf aufgrund des niedrigen THC-Gehaltes legal in Deutschland angebaut werden. Da die rechtlichen Aspekte in vielen Ländern einen THC Anteil von 0,2 % vorschreiben, ist in CBD Produkten nur ein minimaler Anteil von THC enthalten, in vielen Produkten sind sogar gar keine THC Bestandteile vorzufinden.

Sobald die Pflanzen reif zur Ernte sind, werden die wirkstoffreichen Blüten der Cannabispflanze verwendet, um CBD Öl oder CBD Isolat herzustellen. Die Gewinnung von CBD Öl geschieht auf viele unterschiedliche Arten. Besonders hochwertig sind Cannabidiol Extrakte aus CO2-Extraktion. Durch die hitzefreie CO2-Extraktion bleibt das komplette Pflanzenstoffspektrum sowie alle Phytocannabinoide, ausgenommen THC, enthalten. Die bessere Wirkung von CBD Vollspektrum Extrakten gegenbüber CBD Isolaten wurde in vielen Studien belegt. Der Grund hierfür ist der Entourage-Effekt, der besagt dass alle Wirkstoffe im Verbund verstärkend wirken können als isoliert.

Verwendung von CBD

CBD kann je nach Produkt auf unterschiedliche Art und Weise angewendet werden. Sie können es als Öl auf die Haut auftragen, als Tropfen einnehmen, als Kapseln schlucken, im Essen zu Verfeinerung anwenden oder sogar Haustieren verabreichen.

Einen Auszug der am häufigst vorkommenden CBD Anwendungsbereiche finden Sie nachfolgend. Die Awendungsbereiche wurden in einer Civey Umfrage der Firma VAAY ermittelt. Details zur Studie erhalte Sie hier: “CBD – Wofür wird es angewendet”.

  • 47,6% Schmerzlinderung
  • 42,1% Entspannung
  • 39,7% Allgemeines Wohlbefinden
  • 31,3% Schlafhilfe
  • 22,6% Gegen Entzündungen
  • 8,5% Muskelentspannung nach dem Sport
  • 6,1% Konzentrationsförderung

Wie wird CBD eingenommen

Um die richtige Menge an CBD einzunehmen und das passende Produkt für Ihre Körpergröße und Konstitution zu ermitteln, können Sie den nützlichen CBD Dosierungsrechner auf cbd-wiki.org verwenden. Dieser kann die ermittelten Milligramm einfach in Tropfen umrechnen.

CBD Öl kann auf der Haut aufgetragen, einmassiert oder als Tropfen oral eingenommen werden. CBD-Cremes werden wie andere Cremes verwendet. Bei einem Vaporizer oder Vape Pen inhalieren Sie den CBD-Dampf. CBD-Tees werden wie andere Kräutertees aufgebrüht und CBD Kristalle können selbst mit Trägerölen vermischt werden.

Den schnellsten Wirkeintritt haben CBD-Produkte, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Die Wirkung kann bei dieser Art der Einnahme bereits innerhalb von 15 Minuten eintreten. Bei Produkten die erst verdaut werde müssen wie bei Kapseln, kann die Wirkung erst nach 30 – 45 Minuten einsetzen.

Alles weitere zu CBD Produkten finden Sie in den Beschreibungen der jeweiligen Produkte.

Quellen und Studien

  • [1] Molecular Targets for Cannabidiol and Its Synthetic Analogues: Effect on Vanilloid VR1 Receptors and on the Cellular Uptake and Enzymatic Hydrolysis of Anandamide: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11606325/
  • [2] Grotenhermen, F. (2015). Hanf als Medizin. Ein praxisorientierter Ratgeber. Nachschattenverlag: Solothurn
  • [93 American Society for Microbiology. (2019). Cannabidiol is a powerful new antibiotic.
  • [4] Jadoon K., et al. (2017). A single dose of cannabidiol reduces blood pressure in healthy volunteers in a randomized crossover study. 2(12).
  • [5] Parker, L., Rock, E., Limebeer, C. (2011). Regulation of Nausea and vomiting by cannabinoids. 163(7): 1411–1422.
  • [6]. Daris B., et al. (2019). Cannabinoids in Cancer Treatment: Therapeutic Potential and legislation.
  • [7] [16] Elsaid S., et al. (2019). Chapter Two – Effects of cannabidiol (CBD) in neuropsychiatric disorders: A review of pre-clinical and clinical findings.
  • [8] Kogan N., et. al. (2015). Cannabidiol, a Major Non-Psychotropic Cannabis Constituent Enhances Fracture Healing and Stimulates Lysyl Hyrdoxylase Activity in Osteoblasts.
  • [9] Croxford, J., & Yamamura, T. (2005). Cannabinoids and the immune System: Potential for the treatment of inflammatory diseases? Journal of Neuroimmunology 166 (2005) 3 – 18.
  • [10] Wanitschek, A. & Vigl, S. (2018). Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden. Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt. Wien: Humboldt Verlag

Häufig gestellte Fragen

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