Kratom als Droge bezeichnet die psychoaktive Nutzung der Blätter des südostasiatischen Kratombaums (Mitragyna speciosa). Der Hauptwirkstoff Mitragynin interagiert mit Opioid-Rezeptoren im Gehirn und erzeugt dosisabhängig stimulierende oder sedierende Effekte. In Deutschland ist Kratom weder als Arzneimittel zugelassen noch im Betäubungsmittelgesetz gelistet – es bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Was ist Kratom? Definition und Herkunft

Kratom ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Blätter des tropischen Baumes Mitragyna speciosa aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Die Pflanze stammt aus den feucht-tropischen Regionen Südostasiens und enthält über 40 verschiedene Alkaloide mit psychoaktiver Wirkung. Als pflanzliches Rauschmittel wird Kratom seit Jahrhunderten in Thailand, Malaysia und Indonesien genutzt – lange bevor westliche Märkte die Substanz entdeckten.
In den letzten Jahren hat Kratom als Droge auch in Europa und Nordamerika an Bekanntheit gewonnen. Online-Shops vertreiben Kratom-Pulver und Kratom-Kapseln, oft als „botanisches Forschungsmaterial“ deklariert. Die Nachfrage steigt, während die wissenschaftliche Datenlage dünn bleibt. Ein Widerspruch, der Risiken birgt.
Kratom-Baum: Mitragyna speciosa im Überblick
Der Kratombaum wird bis zu 25 Meter hoch und gedeiht in tropischem Klima bei hoher Luftfeuchtigkeit. Seine dunkelgrünen, glänzenden Blätter können eine Länge von 20 cm erreichen und werden je nach Reifestadium unterschieden. Die Blattadern – rot, grün oder weiß – dienen als grobe Kategorisierung der Kratom-Sorten und sollen unterschiedliche Wirkprofile anzeigen.
Botanisch gehört Mitragyna speciosa zur gleichen Pflanzenfamilie wie der Kaffeestrauch (Coffea). Das klingt harmlos, täuscht aber: Die pharmakologische Wirkung von Kratom-Blättern unterscheidet sich grundlegend von der deines Morgenkaffees. Während Koffein auf Adenosin-Rezeptoren wirkt, greifen Kratom-Alkaloide direkt ins Opioid-System ein. Mehr zu den Grundlagen von Kratom und seinen Risiken findest du auf unserer Hub-Seite.
Traditionelle Nutzung in Thailand und Südostasien
In Thailand kauen Arbeiter seit Generationen frische Kratom-Blätter, um körperliche Anstrengung besser durchzuhalten. Fischer, Reisbauern, Gummi-Zapfer – wer unter sengender Sonne schwere körperliche Arbeit verrichtet, greift traditionell zum Kratomblatt wie hierzulande zur Tasse Kaffee.
Die Dosierungen blieben dabei niedrig und stimulierend. Laut einer Erhebung von Prozialeck et al. (2012) im Journal of the American Osteopathic Association kauen traditionelle Nutzer in Malaysia durchschnittlich 10-30 frische Blätter pro Tag. In Thailand war Kratom von 1943 bis 2021 paradoxerweise verboten – trotz jahrhundertealter Tradition. Erst 2021 hob die thailändische Regierung das Verbot auf und reguliert Kratom seitdem als legales Produkt. Die traditionelle Zubereitung als Kratom-Tee ist die älteste Konsumform und bis heute verbreitet.
Inhaltsstoffe: Mitragynin und weitere Wirkstoffe
Der psychoaktive Charakter von Kratom geht auf über 40 identifizierte Alkaloide zurück, wobei zwei Substanzen die Hauptrolle spielen. Mitragynin macht etwa 66% des Gesamtalkaloidgehalts aus und ist der dominante Kratom-Wirkstoff. 7-Hydroxymitragynin kommt in deutlich geringerer Konzentration vor (etwa 2%), besitzt aber eine rund 13-mal höhere Bindungsaffinität an Mu-Opioid-Rezeptoren als Mitragynin selbst.
| Alkaloid | Anteil | Primäre Wirkung |
|---|---|---|
| Mitragynin | ca. 66% | Partieller Opioid-Agonist, stimulierend bis sedierend |
| 7-Hydroxymitragynin | ca. 2% | Starker Opioid-Agonist, analgetisch, sedierend |
| Speciogynin | ca. 7% | Glattmuskelrelaxans |
| Paynanthein | ca. 9% | Glattmuskelrelaxans |
| Speciocilatine | ca. 1% | Noch wenig erforscht |
Der Alkaloidgehalt schwankt erheblich – je nach Herkunftsregion, Erntezeit, Blattreife und Trocknungsmethode. Zwei Chargen desselben Anbieters können völlig unterschiedlich zusammengesetzt sein. Genau das macht die Dosierung so unberechenbar und Kratom als Droge so riskant. Wer sich für die Wirkstoffe psychoaktiver Pflanzen generell interessiert, findet in unserem Ratgeber eine breitere Einordnung.
Wie wirkt Kratom? Wirkungsmechanismus und Effekte

Kratom entfaltet seine psychoaktive Wirkung primär über die Interaktion mit Opioid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Mitragynin wirkt als partieller Agonist am Mu-Opioid-Rezeptor – dem gleichen Rezeptortyp, an dem auch Morphin und Heroin andocken. Gleichzeitig beeinflusst Kratom adrenerge, serotonerge und dopaminerge Signalwege, was das komplexe und dosisabhängige Wirkprofil erklärt.
Diese Mehrfachwirkung unterscheidet Kratom von klassischen Opioiden. Laut Kruegel und Bhardwaj (2016) aktiviert Mitragynin bevorzugt den G-Protein-Signalweg der Opioid-Rezeptoren, während es die Beta-Arrestin-Rekrutierung weniger stark auslöst. Das könnte theoretisch ein geringeres Risiko für Atemdepression bedeuten – praktisch fehlen aber klinische Daten, um diese Hypothese zu bestätigen.
Stimulierende Effekte bei niedriger Dosierung
Bei niedrigen Dosen (etwa 1-5 g Kratom-Pulver) berichten Anwender von stimulierenden Effekten: erhöhte Wachheit, gesteigerte Motivation, mehr Gesprächigkeit und ein Gefühl von Leichtigkeit. Der Wirkmechanismus ähnelt hier eher dem von Koffein oder Amphetaminen als dem von Opioiden. Mitragynin interagiert in diesem Dosisbereich verstärkt mit adrenergen Rezeptoren.
Traditionelle Kratom-Nutzer in Südostasien bewegen sich genau in diesem Dosisbereich. Sie kauen einzelne Blätter über den Tag verteilt und beschreiben die Wirkung als sanft anregend. Problematisch wird es, wenn dieser stimulierende Effekt nachlässt und Konsumenten die Dosis steigern – der klassische Einstieg in die Toleranzentwicklung. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Kratom-Wirkung findest du in unserem separaten Ratgeber.
Sedierende und schmerzlindernde Wirkung bei hoher Dosis
Ab etwa 5-15 g Kratom-Pulver kippt das Wirkprofil. Statt Stimulation dominieren Sedierung, Euphorie und eine opioidähnliche Analgesie. Anwender beschreiben ein warmes Gefühl der Zufriedenheit, verminderte Schmerzwahrnehmung und starke Entspannung. In diesem Dosisbereich aktiviert vor allem 7-Hydroxymitragynin die Mu-Opioid-Rezeptoren deutlich stärker.
Genau diese sedierende Phase macht Kratom für viele so verlockend – und so gefährlich. Der Übergang von „angenehm entspannend“ zu „Übelkeit, Schwindel und Bewusstseinseintrübung“ ist fließend und individuell verschieden. Körpergewicht, Mageninhalt, Toleranz und die schwankende Alkaloidkonzentration im Produkt machen jede Einnahme zu einem Experiment mit unbekannten Variablen.
Kratom als Opiat-Ersatz und bei Entzug
Ein wachsender Anteil der Kratom-Nutzer verwendet die Substanz zur Selbstmedikation bei Opioid-Abhängigkeit. Die Logik dahinter: Kratom aktiviert dieselben Rezeptoren wie Heroin oder Oxycodon, allerdings weniger stark. Manche Betroffene versuchen, mit Kratom den Entzug von klassischen Opioiden abzumildern.
Die wissenschaftliche Evidenz für Kratom als Opioid-Alternative ist extrem dünn. Es gibt Fallberichte, aber keine kontrollierten klinischen Studien. Gleichzeitig zeigen Erhebungen von Singh et al. (2014) in Drug and Alcohol Dependence, dass regelmäßige Kratom-Nutzer selbst eine Abhängigkeit entwickeln können – man tauscht dann potenziell eine Sucht gegen eine andere.
Wie lange wirkt Kratom? Wirkungsdauer im Zeitverlauf
Die Kratom-Wirkdauer hängt von Dosis, Konsumform und individueller Verstoffwechselung ab. Oral eingenommen setzt die Wirkung typischerweise nach 15-30 Minuten ein, bei vollem Magen kann es auch 45-60 Minuten dauern. Die Gesamtwirkdauer liegt bei den meisten Anwendern zwischen 3 und 6 Stunden.
| Phase | Zeitraum | Typische Effekte |
|---|---|---|
| Onset (Wirkungsbeginn) | 15-45 Minuten | Erste stimulierende Effekte spürbar |
| Peak (Wirkmaximum) | 1-2 Stunden | Stärkste Effekte, bei hoher Dosis Sedierung |
| Plateau | 2-4 Stunden | Gleichmäßige Wirkung, leicht abnehmend |
| Comedown | 4-6 Stunden | Abklingende Wirkung, mögliche Müdigkeit |
Die Halbwertszeit von Mitragynin wird auf etwa 23 Stunden geschätzt, laut Daten aus pharmakokinetischen Studien. Das bedeutet: Auch wenn du nichts mehr spürst, zirkuliert der Wirkstoff noch lange in deinem Körper. Bei täglichem Konsum akkumuliert Mitragynin – ein Faktor, der zur Toleranzentwicklung beiträgt und das Abhängigkeitsrisiko erhöht.
Wichtig zu wissen: Die stimulierende Phase hält deutlich kürzer an (1-2 Stunden) als die sedierende (3-5 Stunden). Wer nachlegt, weil die anfängliche Energie nachlässt, rutscht schnell in den sedierenden Bereich – mit entsprechend höherem Risiko für Nebenwirkungen.
Kratom Dosierung: Einnahme und Dosisempfehlungen
Kratom-Dosierung ist ein heikles Thema, weil standardisierte Angaben schlicht nicht existieren. Anders als bei pharmazeutischen Produkten gibt es keine einheitlichen Wirkstoffgehalte, keine Beipackzettel und keine klinisch geprüften Dosierungsschemata. Die folgenden Angaben basieren auf Selbstberichten aus der Community und ethnobotanischer Literatur.
| Dosisbereich | Menge (Pulver) | Erwartetes Wirkprofil |
|---|---|---|
| Mikrodosis | 0,5-1 g | Subtil, leicht anregend |
| Niedrige Dosis | 1-3 g | Stimulierend, fokussierend |
| Moderate Dosis | 3-5 g | Stimulierend bis leicht sedierend |
| Hohe Dosis | 5-8 g | Sedierend, euphorisierend, opioidähnlich |
| Sehr hohe Dosis | 8-15 g | Stark sedierend, hohes Nebenwirkungsrisiko |
Ein zentrales Problem bei der Kratom-Einnahme: Ohne Laboranalyse weißt du nie, wie viel Mitragynin tatsächlich in deinem Produkt steckt. Im Gegensatz zu anderen psychoaktiven Substanzen, bei denen zumindest teilweise standardisierte Produkte existieren, kaufst du bei Kratom immer die Katze im Sack.
Kratom Pulver, Kapseln und andere Darreichungsformen
Kratom-Produkte werden in verschiedenen Formen angeboten, wobei Kratom-Pulver und Kratom-Kapseln den Markt dominieren. Jede Darreichungsform hat eigene Charakteristika bezüglich Wirkungseintritt, Handhabung und Dosierbarkeit.
Kratom-Pulver ist die verbreitetste Form. Die getrockneten Blätter werden fein gemahlen und als loses Pulver verkauft. Konsumenten mischen es in Getränke, rühren es in Joghurt oder bereiten Tee zu. Vorteil: flexible Dosierung. Nachteil: bitterer Geschmack, der vielen Erstanwendern Probleme bereitet.
Kratom-Kapseln enthalten vordosiertes Pulver in Gelatine- oder Zellulosehüllen. Die Dosierung ist einfacher, der Geschmack umgangen. Allerdings setzt die Wirkung verzögert ein (30-60 Minuten statt 15-30), weil die Kapsel erst im Magen aufgelöst werden muss.
Kratom-Extrakte sind konzentrierte Zubereitungen mit deutlich höherem Alkaloidgehalt. Sie werden als Tinkturen, Harze oder verstärkte Pulver („Enhanced Kratom“) verkauft. Die Dosierung ist hier besonders heikel – Extrakte können den 10- bis 50-fachen Wirkstoffgehalt normalen Pulvers aufweisen.
Kratom-Tee stellt die traditionellste Zubereitungsform dar. Frische oder getrocknete Blätter werden in heißem Wasser aufgegossen. Ein Teil der Alkaloide geht beim Erhitzen verloren, was die Wirkung im Vergleich zur direkten Pulvereinnahme abschwächen kann.
Kratom Nebenwirkungen und Gesundheitsrisiken

Kratom ist keine harmlose Pflanze. Die Nebenwirkungen reichen von unangenehm bis potenziell lebensbedrohlich, abhängig von Dosis, Konsumhäufigkeit und individueller Konstitution. Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat 2022 eine explizite Warnung vor Kratom ausgesprochen und auf ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis hingewiesen.
Kurzfristige Nebenwirkungen und typische Beschwerden
Bereits bei einmaligem Konsum können Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten kurzfristigen Beschwerden sind:
- Übelkeit und Erbrechen (besonders bei höheren Dosen und bei Kratom-Einsteigern)
- Verstopfung (typischer Opioid-Effekt durch verlangsamte Darmperistaltik)
- Mundtrockenheit und vermehrter Harndrang
- Appetitlosigkeit
- Schwindel und Benommenheit
- Juckreiz (opioidtypisch)
- Pupillenverengung (Miosis)
- Schweißausbrüche
Kratom-Übelkeit ist mit Abstand die am häufigsten berichtete Nebenwirkung. Viele Erstanwender beschreiben die Erfahrung als so unangenehm, dass sie vom weiteren Konsum absehen. Bei regelmäßigem Gebrauch entwickelt sich oft eine Toleranz gegen die Übelkeit – was leider auch bedeutet, dass die Hemmschwelle für höhere Dosen sinkt.
Langzeitrisiken, Vergiftungen und Todesfälle
Die Langzeitfolgen von chronischem Kratom-Konsum sind bisher unzureichend erforscht. Aus Fallberichten und retrospektiven Analysen ergeben sich jedoch besorgniserregende Hinweise:
- Lebertoxizität: Fälle von akuter Leberschädigung (cholestatische Hepatitis) nach Kratom-Konsum sind dokumentiert
- Gewichtsverlust und Mangelernährung bei chronischen Nutzern
- Psychische Veränderungen: Angstzustände, Reizbarkeit, depressive Episoden
- Krampfanfälle in vereinzelten Fällen
Zu Kratom-Todesfällen: Die US-amerikanische FDA hat zwischen 2011 und 2019 mindestens 44 Todesfälle mit Kratom-Konsum in Verbindung gebracht. Die Pharmazeutische Zeitung berichtet über eine steigende Zahl von Vergiftungsfällen auch in Europa. Allerdings lagen in den meisten dokumentierten Todesfällen Mischintoxikationen vor – Kratom wurde zusammen mit anderen Substanzen wie Benzodiazepinen, Alkohol oder synthetischen Opioiden konsumiert. Reine Kratom-Überdosierungen mit tödlichem Ausgang sind seltener dokumentiert, aber nicht ausgeschlossen.
Kratom Abhängigkeit und Entzugssymptome
Das Suchtpotential von Kratom wird häufig unterschätzt. Weil die Substanz pflanzlich ist und frei verkauft wird, halten viele sie für harmlos. Die Realität sieht anders aus: Kratom erzeugt bei regelmäßigem Konsum sowohl psychische als auch körperliche Abhängigkeit. Die Mechanismen sind die gleichen wie bei anderen Opioid-Agonisten – denn genau das ist Mitragynin auf biochemischer Ebene.
Singh et al. (2014) untersuchten in einer Studie mit 293 regelmäßigen Kratom-Nutzern in Malaysia das Abhängigkeitspotential. Ergebnis: Über 50% der Befragten erfüllten die Kriterien einer Substanzabhängigkeit nach DSM-Klassifikation. Die Teilnehmer konsumierten durchschnittlich seit mehr als 4 Jahren und berichteten von Toleranzentwicklung, Kontrollverlust und Entzugssymptomen.
Typische Kratom-Entzugssymptome:
- Muskelschmerzen und -krämpfe
- Schlafstörungen (Insomnie)
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
- Durchfall (als Gegenreaktion zur Verstopfung während des Konsums)
- Schweißausbrüche und Frösteln
- Rhinorrhoe (laufende Nase)
- Craving (starkes Verlangen nach der Substanz)
- Depressive Verstimmungen
Die Entzugserscheinungen ähneln einem milden bis moderaten Opioid-Entzug. Sie setzen typischerweise 12-48 Stunden nach der letzten Einnahme ein und dauern 3-7 Tage. Bei langjährigen, hochdosierten Nutzern können sie intensiver ausfallen.
Kratom Erfahrungsberichte und Nachweisbarkeit
Kratom-Erfahrungen sind online zahlreich dokumentiert – in Foren, auf Reddit und in Substanz-Datenbanken wie Erowid. Die Berichte fallen extrem unterschiedlich aus, was die individuelle Variabilität der Kratom-Wirkung unterstreicht. Während einige Nutzer von gesteigerter Produktivität und verbesserter Stimmung berichten, beschreiben andere schwere Übelkeit, Angstzustände oder den Einstieg in eine Abhängigkeit.
Was Erstanwender häufig berichten:
- Unerwartete Intensität des bitteren Geschmacks
- Übelkeit als erste und dominante Erfahrung
- Bei erfolgreicher Verträglichkeit: Wärme, leichte Euphorie, Motivation
Was Langzeitanwender berichten:
- Schnelle Toleranzentwicklung (Dosissteigerung nötig)
- Schwierigkeit, den Konsum zu reduzieren
- Entzugssymptome bei Konsumpausen
Zur Nachweisbarkeit: Kratom taucht in Standard-Drogentests nicht auf. Weder Schnelltests noch übliche Laborscreenings auf Opioide, Amphetamine oder Cannabis erfassen Mitragynin. Es existieren zwar spezielle Kratom-Tests (z.B. Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie), diese werden aber nur bei gezieltem Verdacht eingesetzt. Im Urin lässt sich Kratom je nach Konsummuster etwa 5-7 Tage nachweisen. Im Blut ist die Nachweisbarkeit kürzer – etwa 24-48 Stunden nach einmaliger Einnahme.
Ist Kratom in Deutschland verboten?
Die rechtliche Einordnung von Kratom in Deutschland ist kompliziert – und genau das macht die Situation so unübersichtlich. Stand 2026 gilt: Kratom ist in Deutschland weder im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) noch im Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) gelistet. Es ist also nicht explizit verboten.
Aber: Kratom ist auch nicht als Arzneimittel zugelassen, nicht als Lebensmittel genehmigt und nicht als Nahrungsergänzungsmittel registriert. Es existiert schlicht keine Rechtsgrundlage für den legalen Verkauf als Konsumprodukt. Die aktuelle Rechtslage zu Kratom in Deutschland bewegt sich in einer Grauzone, die verschiedene Gesetze berührt:
- Arzneimittelgesetz (AMG): Kratom könnte als nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft werden, wenn es mit Wirkversprechen beworben wird
- Lebensmittelrecht: Als Novel Food hat Kratom keine EU-Zulassung
- Verbraucherschutzrecht: Das BfArM warnt explizit vor dem Konsum
In der Praxis wird Kratom online als „Räuchermischung“, „botanisches Exemplar“ oder „Forschungsmaterial“ verkauft – mit dem Hinweis „nicht zum Verzehr geeignet“. Ob du Kratom legal kaufen kannst, hängt also stark von der Deklaration und dem Verwendungszweck ab. In unserem Ratgeber zu Betäubungsmittelrecht und Verbotsregelungen findest du weitere Informationen zur rechtlichen Einordnung psychoaktiver Substanzen.
Wer Kratom-Produkte im Sortiment sucht, kann sich in unserem Smartshop-Bereich umsehen – dort findest du aktuelle Angebote aus geprüften Partner-Shops mit transparenter Produktkennzeichnung.
Legale Kratom-Alternativen und ähnliche Substanzen
Wer nach pflanzlichen Substanzen mit psychoaktiver Wirkung sucht, aber die Risiken von Kratom scheut, findet einige legale Alternativen. Keine davon repliziert das Kratom-Wirkprofil exakt – das wäre bei der komplexen Pharmakologie auch überraschend. Aber je nach gewünschtem Effekt gibt es Optionen.
Für stimulierende Effekte:
Kanna (Sceletium tortuosum) wird als stimmungsaufhellende Pflanze aus Südafrika traditionell gekaut oder als Tee getrunken. Der Wirkstoff Mesembrin hemmt die Serotonin-Wiederaufnahme und erzeugt eine milde Stimmungsaufhellung ohne Opioid-Wirkung.
Für sedierende Effekte:
Blauer Lotus (Nymphaea caerulea) wird als mildes pflanzliches Sedativum beschrieben. Die Wirkung ist deutlich sanfter als bei Kratom und die Substanz hat kein bekanntes körperliches Abhängigkeitspotential.
Weitere legale psychoaktive Substanzen:
In unserem Smartshop findest du eine kuratierte Auswahl an Muscimol-Produkten und anderen legalen Substanzen aus geprüften Partner-Shops. Alle angebotenen Produkte bewegen sich im legalen Rahmen und stammen aus verifizierten Quellen.
Kratom als Droge: Was du vor dem Konsum wissen solltest
Kratom bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Jahrtausende alter Tradition und modernem Missbrauchspotential. Die Pflanze Mitragyna speciosa enthält pharmakologisch hochwirksame Alkaloide, die direkt ins Opioid-System eingreifen. Das ist keine Bagatelle, egal wie „natürlich“ das Marketing klingt.
Die Faktenlage ist klar: Kratom macht abhängig, der Wirkstoffgehalt schwankt unkontrolliert, Langzeitfolgen sind kaum erforscht, und das BfArM warnt ausdrücklich vor dem Konsum. Gleichzeitig nutzen Menschen weltweit Kratom – manche seit Jahrzehnten ohne erkennbare Probleme, andere rutschen in eine Abhängigkeit.
Wenn du dich trotz der Risiken für Kratom interessierst, dann informiere dich gründlich. Lies nicht nur Erfahrungsberichte, sondern auch die wissenschaftliche Literatur. Vermeide Mischkonsum kategorisch. Und sei ehrlich zu dir selbst, wenn aus gelegentlichem Interesse regelmäßiger Konsum wird. Auf unserer Kratom-Übersichtsseite findest du alle weiteren Ratgeber-Artikel zu spezifischen Themen rund um Kratom.
Häufige Fragen zu Kratom
Wie fühlt man sich auf Kratom?
Das Kratom-Gefühl ist stark dosisabhängig. Bei niedrigen Dosen (1-3 g) beschreiben Anwender erhöhte Wachheit, Motivation und eine leichte Euphorie – vergleichbar mit starkem Kaffee, aber mit einer zusätzlichen stimmungsaufhellenden Komponente. Bei höheren Dosen (5-10 g) dominieren Sedierung, Wärme, Schmerzunempfindlichkeit und ein Zustand, den manche als „wattierte Zufriedenheit“ beschreiben. Der Übergang ist fließend und die individuelle Reaktion variiert stark.
Ist Kratom eine legale Droge in Deutschland?
Kratom befindet sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Es ist weder im BtMG noch im NpSG gelistet und damit nicht explizit verboten. Gleichzeitig fehlt eine Zulassung als Arzneimittel, Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Der Verkauf erfolgt als „Räuchermischung“ oder „botanisches Exemplar“ ohne Verzehrfreigabe. Das BfArM warnt vor dem Konsum, und ein zukünftiges Verbot ist nicht auszuschließen.
Wie lange ist Kratom im Blut nachweisbar?
Kratom-Alkaloide lassen sich im Blut etwa 24-48 Stunden nach einmaliger Einnahme nachweisen. Im Urin ist der Nachweis länger möglich – je nach Konsummuster und individueller Stoffwechselrate etwa 5-7 Tage. Standard-Drogentests erfassen Kratom nicht. Nur spezielle massenspektrometrische Verfahren können Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin identifizieren. Solche Tests werden in der Regel nur bei forensischen Untersuchungen oder gezieltem klinischen Verdacht eingesetzt.



