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Über 120 nachgewiesene Cannabinoide in der Hanfpflanze

Cannabinoide, dieser Begriff fällt immer wieder, wenn es um Cannabis und Cannabisprodukte geht. THC, CBD und CBG sind dabei wohl die bekanntesten Cannabinoide.

Tatsächlich gibt es aber mehr als 120 Cannabinoide in der Cannabispflanze und ständig werden neue entdeckt, wie erst kürzlich das stark psychoaktive THCP. Welche weiteren Cannabinoide es gibt und wie sie wirken, erfährst du in diesem großen Ratgeber zur vielfältigen Welt der Cannabinoide. Wenn dich eines von ihnen besonders interessiert, dann folge den entsprechenden Verlinkungen und steige noch tiefer ins Thema ein!

Was sind Cannabinoide?

Cannabidiol (CBD), welches den beliebten Produkten die verleiht, ist Teil der Gruppe der Cannabinoide. Hierbei

Bei Cannabinoiden wie THC und CBD handelt es sich um chemische Verbindungen, die an das Endocannabinoid System (ECS) des Körpers andocken und mit diesem interagieren, um so die Cannabis Wirkung oder im speziellen die CBD Wirkung zu verursachen.

Nach dem aktuellen Stand der Forschung sind über 120 verschiedene Cannabinoide bekannt, allerdings sind noch immer nicht alle Cannabinoide entdeckt, geschweige denn deren Funktion voll und ganz entschlüsselt worden. Auch das ECS wurde im Zuge der Forschung zu Cannabinoiden überhaupt erst entdeckt.

Bei den Cannabinoiden kann man zwischen drei verschiedenen Arten unterscheiden:

Die sogenannten Endocannabinoide sind körpereigene Cannabinoide, die der Körper selbst produziert. Man konnte sie sowohl beim Menschen als auch bei Tieren finden. Durch komplexe Prozesse werden dadurch Teile des Nervensystems beeinflusst.

Neben diesen körpereigenen Stoffen gibt es auch die Phytocannabinoide, welche in erster Linie aus der Cannabispflanze gewonnen werden. Darüber hinaus wurden Cannabinoide und ihnen ähnliche Stoffe auch in anderen Pflanzen nachgewiesen, die daher manchmal auch als THC Alternativen bezeichnet werden.

Zuletzt gibt es noch synthetische Cannabinoide, die künstlich oder halb künstlich in Verbindung mit pflanzlichen Stoffen produziert werden. Im Folgenden erklären wir die verschiedenen Gruppen der Cannabinoide und ihre verschiedenen Wirkweisen auf den Körper.

Phytocannabinoide der Hanfpflanze

Unter Phytocannabinoiden versteht man Cannabinoide, die ihren Ursprung in Pflanzen haben. Zum größten Teil kommen Phytocannabinoide in verschiedenen Sorten der Hanfpflanze vor, von denen die bekannteste die Cannabis Sativa ist. Sie werden vor allem aus dem Harz der Cannabisblüten der weiblichen Pflanzen gewonnen, da sie dort in der höchsten Konzentration vorhanden sind. Der Gehalt von Cannabinoiden wie THC, CBG und CBD hängt von geographischer Herkunft, Sorte und auch anschließender Lagerung und Verarbeitung der jeweiligen Pflanze ab.

Die beiden bekanntesten Cannabinoide sind wohl Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC), von denen letzteres im Jahr 1964 entdeckt und bisher am meisten analysiert wurde.
Hier kannst du mehr zur Botanik von Cannabis erfahren: Unterschied zwischen Cannabis und Hanf.

Was die Wirkung angeht, sind die in Cannabis enthaltenen Phytocannabinoide unterschiedlich beschaffen. Manche von ihnen können die entsprechenden Rezeptoren des Körpers aktivieren, während andere eine gegenteilige Wirkung haben und sie sogar hemmen. Einige zeigen nach dem heutigen Stand wiederum keine Reaktion bezüglich der Rezeptoren. Allerdings haben manche von ihnen großes medizinisches Potential und inzwischen wird medizinisches Cannabis zur Behandlung einiger Erkrankungen eingesetzt. So wird beispielsweise Cannabis gegen Schmerzen eingesetzt und in Deutschland ist sogar möglich Cannabis auf Rezept zu erhalten.

Überblick der Phytocannabinoide in der Hanfpflanze

Cannabinoid Cannabinoid-Name
CBGA Cannabigerolsäure
CBGVA Cannabigerovarinsäure
CBG Cannabigerol
CBGV Cannabigerovarin
THCA Tetrahydrocannabinolsäure
THCVA Tetrahydrocannabivarinsäure
THC (Δ9) Δ9-Tetrahydrocannabinol
THCV Tetrahydrocannabivarin
THCP Tetrahydrocannabiphorol
CBNA Cannabinoläure
THC (Δ8) Δ8-Tetrahydrocannabinol
CBN Cannabinol
CBDa Cannabidiolsäure
CBDVA Cannabidivarinsäure
CBD Cannabidiol
CBDV Cannabidivarin
CBCA Cannabichromanonsäure
CBCVA Cannabichromvarischsäure
CBC Cannabichromanon
CBCV Cannabichromvarisch
CBL Cannabicyclol
CBLA Cannabicyclolsäure

Phytocannabinoide anderer Pflanzen

In der jüngsten Forschung hat sich herausgestellt, dass auch andere Pflanzen Stoffe produzieren, die an die Rezeptoren CB1 und CB2 andocken können. Nach wie vor ist die Hanfpflanze die Hauptquelle für die CBD Herstellung oder wenn man den Wirkstoff THC extrahieren möchte, aber es gibt auch andere Pflanzenarten, in denen chemische Verbindungen nachgewiesen werden konnten, die ähnliche Wirkweisen wie Cannabinoide haben. Im Folgenden schauen wir uns einige dieser Pflanzen an:

  • Pfefferstrauch: Diese Pflanze enthält Terpene wie Beta-Caryophyllen, welches entzündungshemmend sein soll. Es kann an die CB2-Rezeptoren andocken und dadurch seine Wirkung entfalten.
  • Kakao: Studien haben gezeigt, dass Kakao vermutlich drei verschiedene chemische Verbindungen enthält, die Cannabinoiden zumindest in ihrer Wirkung ähneln. So kann Kakao das ECS indirekt beeinflussen, indem er die Wirkung des FAAH-Enzyms hemmt. Hierdurch kann sich der Gehalt an dem körpereigenen Anandamid erhöhen, welches das Wohlbefinden steigern und entspannen soll.
  • Sonnenhut: Sonnenhut kann dabei helfen, Erkältungssymptome zu lindern und wird hierzu gerne genutzt. Abgesehen davon hat sich der Sonnenhut aber auch als ein Lieferant für Cannabimimetika herausgestellt. Diese verhalten sich ähnlich wie Cannabinoide und sollen das Schmerzempfinden, das Immunsystem und auch Entzündungen im Körper beeinflussen können.

Endocannabinoide – Körpereigene Cannabinoide

Bei den körpereigenen Cannabinoiden (Endocannabinoide) handelt es sich um chemische Verbindungen, die der Körper selbst herstellen kann. Damit wirken diese Stoffe auf das körpereigene ECS, das zusammen mit den Cannabinoiden entdeckt wurde. Einige der prominentesten Endocannabinoide sind Anandamid, 2-Arachidonoyl-glycerol und auch Virodhamin.

Der erste Stoff ist eine ungesättigte Fettsäure, welche ähnlich wie Cannabidiol und THC an die Cannabinoid-Rezeptoren andocken kann. Der Körper kann durch die Bildung von Endocannabinoiden das eigene System beeinflussen und damit verschiedene Funktionen des Nervensystems regulieren. Genau diese Funktionen möchte man sich mit der Cannabismedizin zu Nutze machen.

Welche Rezeptoren gibt es?

Das ECS, mit dem die Cannabinoide reagieren, ist ein Teil des Nervensystems und sowohl bei Menschen als auch Tieren vorhanden. Hier sind auch die entsprechenden Rezeptoren enthalten. Dabei kann man zwischen den CB1- und den CB2-Rezeptoren unterscheiden, wobei der erste Rezeptor vor allem im Bereich der Nervenzellen, nämlich im Kleinhirn und im Hippocampus vorhanden ist. Diese Bereiche des Gehirns steuern vor allem die Verarbeitung von Informationen und die Motorik. Neben diesem Bereich gibt es die CB1-Rezeptoren auch im Verdauungssystem sowie den Nieren. Die CB2-Rezeptoren findet man hingegen vor allem im Immunsystem und Zellen, die für Knochenauf- und Abbau zuständig sind.

Die Rezeptoren dieses komplexen Systems werden durch körpereigene Cannabinoide reguliert. Anstatt diese Stoffe zu speichern, werden sie nach Bedarf im Körper produziert und sollen so verschiedene Funktionen haben. Nach aktuellen Erkenntnissen sollen Cannabinoide so zum Beispiel entzündungshemmend wirken. Auch das Schmerzempfinden soll über dieses System reguliert werden. Zudem sollen Cannabinoide eine beruhigende Wirkung haben und werden daher zum Beispiel bei Unruhezuständen oder Schlaflosigkeit eingesetzt.

Mögliche CBD Öl Nebenwirkungen können Mundtrockenheit, Abgeschlagenheit oder auch Appetitlosigkeit sein. Zudem kann es zu CBD Öl Wechselwirkungen mit Medikamenten wie der Antibaby-Pille kommen und deren Wirkung gehemmt werden.

Im Falle von THC können die Cannabis Nebenwirkungen deutlich drastischer ausfallen. Hier drohen neben einer möglichen Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum oder einer Cannabissucht, auch eine gefährliche Cannabis Psychose oder andere Erkrankungen.

Wie genau Cannabinoide auf den Körper wirken, wird laufend erforscht und es sind noch nicht alle Fragen beantwortet.

Synthetische Cannabinoide und ihre Risiken

Synthetische Cannabinoide sind Stoffe, die künstlich hergestellt werden und zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen können. Von diesen rein synthetischen Cannabinoiden sind halb-synthetische Cannabinoide wie HHC oder H4CBD zu unterscheiden. Diese halb- oder teilsynthetischen Stoffe werden meist durch Modifizierung bestehender Cannabinoide hergestellt, beispielsweise durch die Hydrierung von THC.

Zwar sind die HHC Nebenwirkungen ebenfalls nicht zu unterschätzen und mögliche Langzeitfolgen noch gar nicht bekannt, jedoch ist das Gefahrenpotential vermutlich deutlich geringer als bei synthetischen Cannabinoiden wie Spice oder K2.

Im Falle von Spice und anderen synthetischen Cannabinoiden kann es nach dem Konsum zu ernsten Nebenwirkungen wie Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit oder im schlimmsten Fall dem Tod kommen. Leider kann man mit bloßem Auge oder durch den Geruch nicht sicher synthetische Cannabinoide erkennen, ähnliches gilt für gestrecktes Gras. Daher sollte man niemals Produkte aus dem Schwarzmarkt kaufen, sondern immer auf bewährte und seriöse HHC und Shops setzen.

In folgendem Beitrag findest du eine Übersicht mit den bekanntesten synthetischen Cannabinoiden: Synthetische Cannabinoide Liste.

Falls du mehr über halb-synthetische Cannabinoide erfahren möchtest, empfehlen wir dir unsere Beiträge über 10-OH-HHC, CB9, HHC und H4CBD.

Quellenverzeichnis

FAQ

Zur Zeit sind rund 120 Cannabinoide bekannt. Allerdings kann man davon ausgehen, dass es noch viele weitere Cannabinoide in verschiedenen Pflanzen gibt.

Die Hanfpflanze der Sorte Cannabis Sativa enthält alle bekannten natürlichen Cannabinoide. Allgemein hängt der Gehalt und das Vorkommen von Cannabinoiden von der jeweiligen Sorte, geographischen Herkunft und weiteren Faktoren ab.

Tatsächlich gibt es Ärzte, die Cannabinoide verschreiben zu medizinischen Zwecken. Im medizinischen Bereich kommen Medikamente mit Cannabinoiden zum Beispiel zur Behandlung von manchen Formen der Epilepsie oder Multiplen Sklerose zum Einsatz.

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die natürlicherweise im Körper und in verschiedenen Pflanzen vorkommen. Sie interagieren mit Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems.

Über Rezeptoren interagieren Cannabinoide mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, was verschiedene physiologische Effekte wie Schmerzlinderung, Entspannung und Veränderungen der Wahrnehmung und des Appetits bewirken kann.

Cannabinoide können als Drogen betrachtet werden, besonders wenn sie psychoaktive Effekte haben, wie z.B. THC, das „high“ macht.

Einige Cannabinoide, wie CBD, werden für ihre potentiellen gesundheitsfördernden Eigenschaften untersucht, aber die gesundheitlichen Auswirkungen variieren und erfordern mehr Forschung.

Ja, CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das in Hanfpflanzen vorkommt.

Die Legalität von Cannabinoiden hängt vom spezifischen Cannabinoid und der Gesetzgebung des jeweiligen Landes ab; während CBD in vielen Ländern legal ist, bleibt THC häufig reguliert oder illegal.

Die Wirkdauer von Cannabinoiden hält typischerweise einige Stunde, variiert jedoch abhängig von der Dosis, der Verabreichungsart und den körperlichen Gegebenheiten des Konsumentens und vielen weiteren Faktoren.

Ja, Cannabinoide können in Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel und Urin nachweisbar sein, manchmal bis zu mehreren Wochen nach dem Konsum.

Künstliche Cannabinoide, wie beispielsweise „Spice“ oder „K2“, können unberechenbare und gefährliche Nebenwirkungen haben und sind in vielen Fällen illegal.

In vielen Ländern ist THC illegal, sowie verschiedene synthetische Cannabinoide, die aufgrund ihrer starken und oft schädlichen Wirkungen verboten sind.