Der Inside Out Joint – auch Backroll oder Holli genannt – ist eine Drehtechnik, bei der du das Blättchen umgedreht verwendest. Der Klebestreifen zeigt nach außen statt nach innen, wodurch du überschüssiges Paper nach dem Rollen abreißen oder abfackeln kannst. Das Ergebnis: weniger Papier um dein Kraut, reinerer Geschmack und ein saubererer Abbrand. Diese Anleitung zeigt dir jeden Schritt der Technik.
Was ist ein Inside Out Joint?
Ein Inside Out Joint ist ein Joint, bei dem das Blättchen verkehrt herum – also mit dem Klebestreifen nach außen – eingesetzt wird. Nach dem Rollen klebt der Streifen durch das Paper hindurch auf der gegenüberliegenden Seite fest. Das überstehende Papier reißt du ab oder zündest es an. Übrig bleibt ein Joint mit nur einer Lage Paper statt der üblichen anderthalb bis zwei Lagen.
Klingt simpel? Ist es auch – wenn du die Grundtechnik drauf hast. Der Trick liegt im Detail: Die Klebefläche muss exakt richtig positioniert sein, damit der Joint hält, obwohl weniger Material ihn zusammenhält. Deshalb gilt die Inside Out Technik als kleines Upgrade für alle, die bereits sicher Joints drehen können.
Herkunft der Inside Out Technik
Woher genau der Inside Out Joint stammt, lässt sich nicht auf eine einzelne Person zurückführen. Die Technik verbreitete sich in den 1990er- und 2000er-Jahren vor allem in den Niederlanden und wurde dort in Coffeeshops populär. Daher auch der Name „Holländisch drehen“. Von dort schwappte die Methode nach Deutschland, Belgien und Frankreich über – getragen von der Cannabis-Community und später durch YouTube-Tutorials.
Holli, Backroll & Co.: Alle Bezeichnungen
Je nach Region und Szene hat der Inside Out Joint verschiedene Namen. Die gängigsten: Backroll (weil du quasi „rückwärts“ drehst), Holli oder Holly Joint (eingedeutschte Kurzform von „holländisch“) und natürlich Inside Out Joint selbst. In manchen Gegenden hörst du auch „Dutch Roll“. Gemeint ist immer dieselbe Grundtechnik – Paper umdrehen, kleben, überschüssiges Papier entfernen.
Joint bauen: Grundlagen für Einsteiger
Bevor du dich an die Inside Out Technik wagst, solltest du das normale Drehen sicher beherrschen. Die Grundbewegung bleibt gleich: Material gleichmäßig verteilen, Filter einsetzen, mit den Daumen rollen, zukleben. Wenn dir das noch schwerfällt, übe erst ein paar Runden klassisch.
Ein guter Joint steht und fällt mit der Vorbereitung. Dein Cannabis sollte gleichmäßig zerkleinert sein – nicht zu fein (zieht nicht), nicht zu grob (brennt ungleich). Ein hochwertiger Grinder macht hier den Unterschied. Verteile das Material gleichmäßig in der Rinne des Papers, ohne es an den Enden zu überladen. Der Filter sitzt an einer Seite fest und gibt dem Joint Stabilität.
Die Drehtechnik selbst braucht Fingerspitzengefühl: Mit Daumen und Zeigefingern beider Hände rollst du das Material hin und her, bis sich eine zylindrische Form bildet. Erst dann klappst du das Paper um und klebst es fest. Wer diese Basis drauf hat, kann sich an die Inside Out Variante wagen.
Material für den Inside Out Joint
Für den Inside Out Joint brauchst du das richtige Equipment. Hier kommt es auf Details an:
| Material | Empfehlung | Warum? |
|---|---|---|
| Paper | Dünne King-Size-Longpapes (ungebleicht) | Dünnes Papier klebt besser durch und brennt sauberer ab |
| Filter | Papp-Tip oder Glas-Tip | Gibt Stabilität und verhindert, dass Krümel in den Mund gelangen |
| Grinder | 4-teiliger Metallgrinder | Gleichmäßige Zerkleinerung für optimalen Abbrand |
| Aktivkohlefilter | Aktivkohlefilter (optional) | Filtern Schadstoffe und kühlen den Rauch |
Beim Paper gilt: Je dünner, desto besser. Dicke Papers machen die Inside Out Technik schwieriger, weil der Kleber schlechter durch das Material haftet. Ungebleichte Hanf- oder Reispapiere in King Size Slim sind die erste Wahl.
Inside Out Joint drehen: Schritt für Schritt

Die Inside Out Technik folgt einem klaren Ablauf. Der Unterschied zum normalen Drehen liegt hauptsächlich in der Paper-Ausrichtung und dem Finish. Hier die komplette Anleitung in sechs Schritten:
- Paper umdrehen: Nimm das Blättchen und drehe es so, dass der Klebestreifen auf der dir zugewandten Seite liegt – und zwar an der unteren Kante, mit der Klebefläche nach außen (von dir weg zeigend).
- Filter einsetzen: Rolle deinen Filter Tip und platziere ihn an der linken oder rechten Seite des Papers.
- Material verteilen: Verteile das gleichmäßig zerkleinerte Cannabis in einer leichten V-Form entlang des Papers. Am Filterend etwas weniger, zur Spitze hin etwas mehr.
- Rollen: Rolle das Material mit Daumen und Zeigefingern, bis es eine gleichmäßige Zylinderform annimmt. Achte darauf, dass der Klebestreifen beim Zuklappen auf das gegenüberliegende Paper trifft.
- Kleben: Feuchte den Klebestreifen durch das Paper hindurch an. Das Papier ist dünn genug, dass die Feuchtigkeit durchdringt und der Gummi aktiviert wird.
- Überschuss entfernen: Reiße das überstehende Papier vorsichtig am Klebestreifen entlang ab – oder zünde es kontrolliert an und lasse es abfackeln.
Vorbereitung: Paper und Filter richten

Der wichtigste Schritt passiert, bevor du überhaupt rollst. Nimm dein Longpape und halte es vor dich. Normalerweise zeigt der Klebestreifen nach oben und zu dir. Für die Inside Out Methode drehst du das Paper um 180 Grad: Der Kleber liegt jetzt an der unteren Kante und die klebrige Seite zeigt von dir weg.
Rolle deinen Filter Tip fest und gleichmäßig. Er sollte nicht zu locker sitzen, sonst rutscht er beim Drehen raus. Platziere ihn an deiner bevorzugten Seite und halte ihn mit dem Ringfinger fest, während du das Material einfüllst.
Der Rollprozess im Detail

Jetzt wird’s ernst. Mit gleichmäßig verteiltem Material und richtig positioniertem Paper beginnst du zu rollen. Nutze beide Daumen und Zeigefinger, um das Cannabis zwischen den Papierlagen hin und her zu bewegen, bis sich eine feste, zylindrische Form bildet.
Der entscheidende Moment: Wenn die Form stimmt, klappst du die vordere Papierkante unter das Material und rollst weiter, bis der Klebestreifen auf dem gegenüberliegenden Papier aufliegt. Jetzt feuchtest du den Kleber von außen durch das Paper an. Streiche mit dem angefeuchteten Finger oder der Zunge über die Stelle, an der der Gummi sitzt. Durch dünnes Paper funktioniert das problemlos.
Warte ein paar Sekunden, bis der Kleber hält. Dann reißt du das überstehende Papier vorsichtig ab. Alternativ kannst du das überschüssige Papier mit dem Feuerzeug kontrolliert abfackeln – das sieht effektvoll aus und geht schnell.
Vorteile der Inside Out Methode
Die Inside Out Technik ist mehr als Showeffekt. Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: Weniger Papier bedeutet, dass du beim Rauchen mehr vom Cannabis schmeckst und weniger Verbrennungsnebenprodukte des Papers einatmest. Für viele erfahrene Dreher ist der Backroll deshalb die bevorzugte Methode.
Außerdem brennt ein Inside Out Joint gleichmäßiger. Durch die reduzierte Papiermenge gibt es weniger Stellen, an denen das Paper schneller abbrennt als das Material – das berüchtigte „Sideburnen“ tritt seltener auf.
Weniger Papier, mehr Geschmack
Jedes Blättchen hat einen Eigengeschmack. Auch wenn moderne, ungebleichte Papers kaum schmecken – ganz neutral sind sie nie. Beim Inside Out Joint entfernst du bis zu einem Drittel des Papers. Das Ergebnis: Die Terpene und Aromen deiner gewählten Cannabissorte kommen deutlicher durch.
Besonders bei aromatischen Sorten mit ausgeprägtem Terpenprofil – etwa solche mit viel Limonen (Zitrus) oder Myrcen (erdig-würzig) – macht dieser Unterschied sich bemerkbar. Wer einmal einen sauberen Inside Out Joint geraucht hat, will oft nicht mehr zurück.
Gesundheitsaspekte beim Inside Out Joint
Weniger Papier bedeutet weniger Verbrennungsmaterial. Eine im Journal of Cannabis Research veröffentlichte Untersuchung befasste sich mit der Zusammensetzung von Cannabisrauch und bestätigte, dass neben dem Cannabis selbst auch das Papier zur Schadstoffbelastung beiträgt.[1] Der Inside Out Joint reduziert diesen Anteil.
Trotzdem gilt: Wer raucht, kann durch die Inside Out Methode zumindest den Papieranteil minimieren. Eine risikofreie Konsumform ist das Rauchen aber grundsätzlich nicht.
Video-Tutorials: Inside Out Joint visuell lernen
Manche Dinge versteht man besser, wenn man sie sieht. Gerade beim Inside Out Joint drehen ist der Moment des Umklappens und Klebens schwer allein durch Text zu vermitteln. Deshalb haben wir ein Tutorial-Video eingebettet, das die Technik Schritt für Schritt zeigt.
Achte im Video besonders auf folgende Punkte: Wie das Paper gehalten wird, in welchem Winkel der Klebestreifen liegt und wie der Dreher den Kleber durch das Papier hindurch anfeuchtet. Diese drei Details machen den Unterschied zwischen einem Joint, der hält, und einem, der auseinanderfällt.
Wenn dir das Video-Tutorial weitergeholfen hat, findest du in unserem Ratgeber zu Cannabis-Konsumarten weitere Methoden und Techniken im Überblick.
Holländisch drehen: Alternative Technik erklärt
Holländisch drehen und Inside Out Joint – ist das nicht dasselbe? Ja und nein. Der Begriff „Holländisch drehen“ wird oft synonym mit dem Inside Out Joint verwendet, beschreibt aber streng genommen eine spezifische Variante, die in niederländischen Coffeeshops entstanden ist.
Beim klassischen holländischen Drehen baust du den Joint ebenfalls mit umgedrehtem Paper, entfernst das überschüssige Papier aber bevorzugt durch Abfackeln statt Abreißen. Das Ritual – Paper anzünden, Flamme hochlaufen lassen – gehört in der holländischen Cannabis-Kultur fast schon zum guten Ton.
Ein weiterer Unterschied: In den Niederlanden wird häufig mit einem konischen Shape gedreht, also breiter an der Spitze und schmaler am Filter. Diese konische Form verbindet sich mit der Inside Out Technik zu dem, was viele als „den perfekten holländischen Joint“ bezeichnen.
Die Grundtechnik bleibt identisch. Ob du das überschüssige Papier abreißt oder abfackelst, ist Geschmackssache. Beim Abfackeln entsteht ein kurzer Flammeneffekt, beim Abreißen bleibt der Joint sofort rauchbereit. Beides funktioniert – probiere aus, was dir besser liegt.
Joint-Arten im Überblick: Ella, Holländer & mehr
Der Inside Out Joint ist nur eine von vielen Drehtechniken. Für alle, die über den Tellerrand schauen wollen, hier ein Überblick über die gängigsten Joint-Arten:
| Joint-Art | Besonderheit | Schwierigkeitsgrad |
|---|---|---|
| Klassischer Joint | Standard-Drehtechnik mit Paper und Filter | Einstieg |
| Inside Out / Backroll | Umgedrehtes Paper, weniger Papier | Mittel |
| Ella Joint | Konischer Joint aus mehreren Papers (oft 2-3), kunstvoll gedreht mit besonderer Form | Fortgeschritten |
| Holländischer Joint | Inside Out mit konischem Shape, überschüssiges Paper wird abgefackelt | Mittel |
| L-Joint | Zwei Papers im L-Format zusammengeklebt für längere Joints | Mittel |
| Blunt | Gerollt in Blunt Wraps statt Paper, kräftigerer Geschmack | Mittel |
Der Ella Joint ist dabei das Kunstwerk unter den Drehtechniken. Er wird mit zwei bis drei Papers gebaut und hat eine besonders elegante, konische Form. Im Unterschied zum einfachen L-Joint sind die Papers beim Ella aufwendiger miteinander verbunden. Für den Ella brauchst du Geduld, ruhige Hände und etwas Übung mit verschiedenen Joint-Techniken. Als Einstieg in fortgeschrittenes Drehen ist der Inside Out Joint die bessere Wahl – weniger komplex, aber trotzdem ein klares Upgrade.
Profi-Tipps: Häufige Fehler beim Joint drehen

Selbst erfahrene Dreher machen beim Inside Out Joint typische Fehler. Die gute Nachricht: Die meisten davon lassen sich leicht vermeiden, wenn du weißt, worauf du achten musst.
Der häufigste Fehler? Zu viel Speichel beim Anfeuchten des Klebestreifens. Durch nasses Paper reißt das Blättchen schneller, und der Joint wird instabil. Ein leichtes Anfeuchten reicht völlig.
Diese Fehler machen Anfänger
Paper falsch ausgerichtet: Der Klebestreifen muss an der unteren Kante liegen und von dir weg zeigen. Liegt er falsch, klebt nichts. Prüfe die Ausrichtung vor dem Befüllen.
Material zu locker verteilt: Beim Inside Out Joint hält weniger Paper den Joint zusammen. Deshalb muss das Cannabis gleichmäßig und fest genug gerollt sein. Zu lockere Joints fallen beim Abreißen des überschüssigen Papers auseinander.
Zu schnell abgerissen: Gib dem Kleber fünf bis zehn Sekunden zum Trocknen, bevor du das überstehende Papier entfernst. Ungeduld ist der häufigste Grund für geplatzte Inside Out Joints.
Fortgeschrittene Techniken für Kenner
Wer die Grundtechnik beherrscht, kann verfeinern. Konisches Inside Out Drehen erzeugt einen Joint, der an der Spitze breiter ist – er zieht besser und brennt gleichmäßiger ab. Dafür verteilst du mehr Material am offenen Ende und weniger am Filter.
Noch ein Trick: Nutze den abgerissenen Papierstreifen als Dochtstarter. Rolle ihn zu einer kleinen Spitze und stecke ihn vorn in den Joint. So zündest du gleichmäßiger an, ohne direkt in die Flamme zu inhalieren.
Experimentierfreudige Dreher kombinieren die Inside Out Technik auch mit anderen Methoden – etwa dem L-Format für längere Sessions oder sogar dem Drehen mit kurzen Papers, was die Herausforderung nochmals steigert.
Inside Out Joint meistern: Übung lohnt sich
Die Inside Out Technik ist kein Hexenwerk, aber sie braucht Übung. Wer die ersten drei, vier Versuche nicht perfekt hinbekommt, sollte nicht aufgeben. Der Bewegungsablauf – Paper umdrehen, positionieren, rollen, durch das Papier kleben, Überschuss entfernen – wird mit jeder Wiederholung flüssiger.
Ein realistischer Zeitrahmen: Nach fünf bis zehn Versuchen sitzt die Grundtechnik bei den meisten. Für wirklich saubere, gleichmäßige Inside Out Joints braucht es je nach Fingerfertigkeit ein paar Wochen gelegentliches Üben. Dünne King-Size-Longpapes, ein guter Grinder und gleichmäßig zerkleinertes Material machen es dir leichter.
Der Inside Out Joint ist die logische Weiterentwicklung für alle, die bereits sicher drehen können. Weniger Papier, reinerer Geschmack, gleichmäßigerer Abbrand – diese Vorteile sprechen für sich. Ob du die Technik Backroll, Holli oder holländisch drehen nennst: Das Prinzip bleibt gleich, und die investierte Übungszeit zahlt sich aus.











