Die HHC Herstellung erfolgt in der Regel durch einen chemischen Prozess namens Hydrierung, bei dem Wasserstoffatome an ein THC- oder CBD-Molekül gebunden werden. Obwohl Hexahydrocannabinol (HHC) natürlich in der Cannabispflanze vorkommt, sind die Mengen so gering, dass eine kommerzielle Gewinnung daraus nicht wirtschaftlich ist. Deshalb gilt HHC als halbsynthetisches Cannabinoid.
Ist HHC chemisch oder natürlich?

HHC (Hexahydrocannabinol) ist beides – und genau das macht die Einordnung kompliziert. Der Wirkstoff kommt natürlich in der Cannabispflanze vor, allerdings nur in Spuren. Für kommerzielle Produkte wurde HHC daher chemisch hergestellt, weshalb die Bezeichnung „halbsynthetisches Cannabinoid“ am treffendsten ist.
Chemisch betrachtet ist HHC eine hydrierte Form von THC. Der Unterschied: Anstelle der Doppelbindungen im THC-Molekül enthält HHC ausschließlich Einfachbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen. Diese Sättigung mit Wasserstoff verändert die Molekülstruktur und damit auch die Eigenschaften des Cannabinoids. Laut einer Übersichtsarbeit im Journal of Cannabis Research zeigt HHC eine THC-ähnliche Affinität zu den CB1-Rezeptoren im Endocannabinoid-System, wobei die Potenz je nach Isomer variiert.[1]
Wie auch die THC-Isomere Delta-8-THC und Delta-10-THC kam HHC in der Natur nur in sehr geringen Mengen vor. Eine direkte Extraktion aus der Pflanze wäre technisch möglich, aber wirtschaftlich sinnlos – die Ausbeute liegt im Bereich von Bruchteilen eines Prozents. Wer sich für die Wirkung von HHC und die Unterschiede zu THC interessiert, findet in unserem Ratgeber detaillierte Informationen.
Natürliches Vorkommen von HHC in der Cannabispflanze
HHC wurde erstmals als natürlicher Bestandteil von Cannabis-Samen und -Pollen identifiziert. Die Konzentrationen sind dabei so minimal, dass sie analytisch nur mit hochempfindlichen Verfahren wie der Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) nachweisbar sind. Im Vergleich: Während THC in bestimmten Cannabissorten bis zu 30% des Trockengewichts ausmachen kann, liegt der HHC-Anteil in der Pflanze im niedrigen Promillebereich.
HHC-Varianten: 9R-HHC und 9S-HHC (Stereochemie)
Bei der HHC Herstellung entstehen zwei Stereoisomere – also Moleküle mit identischer chemischer Formel, aber unterschiedlicher räumlicher Anordnung. Das hat direkte Konsequenzen für die pharmakologische Aktivität:
| Eigenschaft | 9R-HHC | 9S-HHC |
|---|---|---|
| Räumliche Struktur | Methylgruppe in axialer Position | Methylgruppe in äquatorialer Position |
| CB1-Rezeptor-Affinität | Hoch | Gering |
| Psychoaktivität | Vergleichbar mit Delta-9-THC | Kaum psychoaktiv |
| Anteil im Endprodukt | Variabel (abhängig vom Katalysator) | Variabel |
Laut einer im Fachjournal Molecules veröffentlichten Analyse beeinflusst das Verhältnis von 9R-HHC zu 9S-HHC im Endprodukt die Gesamtpotenz erheblich.[2] Da dieses Verhältnis je nach Herstellungsbedingungen schwankte, war die Wirkstärke von HHC-Produkten schwer vorhersagbar. Ein Punkt, der die Risikobewertung zusätzlich erschwerte.
Wie wird HHC hergestellt?

HHC wird durch Hydrierung hergestellt – ein chemisches Verfahren, bei dem Wasserstoffatome unter hohem Druck und mithilfe von Metallkatalysatoren an ein Cannabinoid-Molekül addiert werden. Dabei brechen die Doppelbindungen im THC auf und werden durch Einfachbindungen mit Wasserstoff ersetzt.
Entdeckt hat dieses Verfahren der amerikanische Chemiker Roger Adams bereits 1944. In seinem Patent beschrieb er die Hydrierung von Delta-9-THC unter Verwendung von Platin als Katalysator. Der Prozess erfordert:
- Einen Ausgangsstoff (konzentriertes THC oder CBD)
- Hochreinen Wasserstoff (H₂)
- Einen Metallkatalysator (Palladium auf Aktivkohle, Platin, Nickel, Rhodium oder Ruthenium)
- Einen Hochdruckreaktor mit präziser Temperaturkontrolle
Wenn konzentriertes THC diesem Verfahren ausgesetzt wird, brechen die Doppelbindungen im Cyclohexenring auf, und die freien Bindungsstellen werden mit Wasserstoffatomen gesättigt. Das Ergebnis: ein stabileres Molekül mit verändertem pharmakologischem Profil. Laut dem Wikipedia-Eintrag zu Hexahydrocannabinol wird als Katalysator häufig Palladium auf Aktivkohle (Pd/C) verwendet, da es eine hohe Selektivität bei moderaten Reaktionsbedingungen ermöglicht.[4]
Alternative Methoden zur HHC Herstellung
Während Roger Adams HHC ursprünglich aus Delta-9-THC gewann, setzten die meisten HHC-Hersteller auf einen anderen Ausgangsstoff: CBD aus THC-armen Nutzhanfpflanzen. Der HHC-Herstellungsprozess über CBD umfasst dabei mehrere Schritte.
Zunächst wird CBD aus der Cannabispflanze extrahiert und als CBD-Isolat aufgereinigt. Anschließend erfolgt eine säurekatalysierte Isomerisierung – eine Art künstlicher Magensaft wandelt CBD in Delta-9-THC oder Delta-8-THC um. Erst danach wird das entstandene THC durch Hydrierung zu HHC konvertiert. Nach der eigentlichen Synthese folgen Destillation und chromatographische Aufreinigung, um Nebenprodukte, Katalysatorreste und unerwünschte Isomere zu entfernen.
Qualitätsstandards und Reinheit bei der HHC Herstellung
Die Qualität des Endprodukts hing entscheidend von der Reinheit der Ausgangsstoffe und der Präzision des Herstellungsprozesses ab. Problematisch: Bei der mehrstufigen Cannabinoid-Synthese von CBD über THC zu HHC konnten Verunreinigungen entstehen – darunter Katalysatorrückstände (Schwermetalle wie Palladium oder Nickel), unbekannte Nebenprodukte der Isomerisierung und schwankende 9R/9S-Verhältnisse.
Seriöse Hersteller ließen ihre Produkte durch unabhängige Labore auf Cannabinoid-Profil, Schwermetalle und Lösungsmittelrückstände testen. Ein Analysezertifikat (COA) war dabei das Mindestkriterium. Ohne diese Transparenz war die tatsächliche Zusammensetzung eines HHC-Produkts für den Endverbraucher nicht nachvollziehbar.
Hydrierung - ein Verfahren nicht nur zur HHC Herstellung
Die Hydrierung ist ein Standardverfahren der chemischen Industrie, das weit über die Cannabinoid-Synthese hinausgeht. Du begegnest hydrierten Produkten im Alltag häufiger, als du denkst: Margarine entsteht durch Hydrierung pflanzlicher Öle, und auch in der Pharmazie ist das Verfahren etabliert.
Das Prinzip bleibt immer gleich – ungesättigte Verbindungen werden durch Anlagerung von Wasserstoff in gesättigte Verbindungen überführt. Bei Speisefetten erhöht das die Streichfähigkeit und Haltbarkeit. Bei Cannabinoiden verändert es die dreidimensionale Struktur und damit die Rezeptorbindung.
Interessant: Auch H4CBD entsteht durch Hydrierung – in diesem Fall wird CBD statt THC hydriert. Das resultierende Molekül unterscheidet sich strukturell von HHC, zeigt aber ein ähnliches Prinzip der chemischen Modifikation. Trotz des industriell etablierten Verfahrens unterscheidet sich HHC erheblich von rein synthetischen Cannabinoidmimetika (wie den sogenannten „Spice“-Verbindungen), die keine strukturelle Verwandtschaft mit natürlichen Pflanzen-Cannabinoiden aufweisen.
HHC Herstellung, Rechtslage und Einordnung seit 2024
Die HHC Herstellung basiert auf einem chemischen Prozess namens Hydrierung, bei dem THC oder CBD als Ausgangsstoff dient. Obwohl HHC natürlich in der Cannabispflanze vorkommt, reichen die Spuren nicht für eine kommerzielle Gewinnung. Damit ist HHC ein halbsynthetisches Cannabinoid – natürlich im Vorkommen, synthetisch in der Produktion.
Seit dem 27. Juni 2024 ist HHC in Deutschland durch das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) verboten. Das betrifft Verkauf, Erwerb, Besitz und Herstellung gleichermaßen. Auch Derivate wie 10-OH-HHC wurden mittlerweile dem NpSG unterstellt. Wer sich über die gesundheitlichen Risiken informieren möchte, findet in unserem Artikel zu HHC Nebenwirkungen eine sachliche Übersicht. Unser HHC Ratgeber bietet weiterführende Informationen zu allen Aspekten dieses Cannabinoids.











