Cannabis entlauben (auch Defoliation genannt) bedeutet, gezielt Blätter von der Cannabispflanze zu entfernen, um Licht, Luft und Energie dorthin zu lenken, wo sie gebraucht werden – an die Blütenstände. Die Technik wird vor allem beim Indoor-Grow eingesetzt und kann bei richtiger Anwendung den Ertrag spürbar steigern. Wann du entlaubst, welche Blätter weg müssen und worauf du achten solltest, erfährst du in dieser Anleitung.
Was ist Cannabis entlauben?
Cannabis entlauben beschreibt das gezielte Entfernen von Blättern, die Blütenstände (Buds) und Knotenpunkte (Nodien) beschatten oder die Luftzirkulation behindern. Die Technik, im Englischen als Defoliation bekannt, unterbindet den Wuchs überflüssiger Blattmasse und lenkt die Wachstumsenergie der Pflanze gezielt in die Blütenbildung.
Gerade beim Indoor-Grow in einer Growbox bilden viele Cannabissorten ein extrem dichtes Blattwerk aus. Die Folge: Die unteren Verbindungen zwischen Zweigen und Hauptstamm bekommen kaum noch Licht. Luft staut sich zwischen den Blättern, die Luftfeuchtigkeit steigt lokal an – ein idealer Nährboden für Schimmel. Durch eine kontrollierte Entlaubung öffnest du das Blätterdach (den sogenannten Canopy), sodass Licht tiefer in die Pflanze eindringen kann und auch untere Blütenstände ordentlich versorgt werden.
Klingt simpel, oder? Ist es im Kern auch. Aber die Defoliation wird unter Growern durchaus kontrovers diskutiert. Die eine Fraktion schwört darauf und berichtet von deutlich dichteren Buds. Die andere argumentiert, dass jedes Blatt Photosynthese betreibt und die Pflanze ihre Blätter aus gutem Grund ausbildet. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen und hängt stark von der Sorte, dem Grow-Setup und deiner Erfahrung ab.
Abgrenzung zu Lollipopping und Ausgeizen
Beim Entlauben entfernst du einzelne Blätter. Beim Cannabis Lollipopping hingegen werden komplette untere Seitentriebe und Blütenstände entfernt, damit die Pflanze ihre gesamte Energie in die oberen, lichtexponierten Buds steckt – die Pflanze sieht danach aus wie ein Lolli. Cannabis ausgeizen wiederum meint das Entfernen junger Seitentriebe in den Blattachseln, bevor sie zu vollständigen Zweigen heranwachsen. Alle drei Techniken verfolgen ähnliche Ziele, setzen aber an unterschiedlichen Pflanzenteilen an. Sie lassen sich bei Bedarf auch kombinieren.
Warum Cannabis entlauben? Vorteile für Ertrag und Pflanzengesundheit
Die Defoliation bietet vier konkrete Vorteile: bessere Lichteindringung in untere Pflanzenbereiche, verbesserte Luftzirkulation zwischen den Blütenständen, eine gleichmäßigere Energieverteilung auf die verbleibenden Buds und ein einheitlicherer Canopy. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von deinem Setup und der jeweiligen Genetik ab.
Verbesserte Lichteindringung
Der offensichtlichste Vorteil. Große Fächerblätter fangen zwar Licht für die Photosynthese ein, blockieren aber gleichzeitig die Beleuchtung für darunterliegende Blütenstände. Besonders bei leistungsstarken LED-Panels oder NDL-Lampen in Growboxen profitieren die unteren Pflanzenteile massiv davon, wenn überschattendes Laub entfernt wird. Laut Forschungen des National Institutes of Health (NIH) spielt die Lichtverteilung innerhalb des pflanzlichen Kronendachs eine zentrale Rolle für die Blütenentwicklung und den Gesamtertrag.[1]
Bessere Luftzirkulation und Schimmelprävention
Dichtes Blattwerk hält Feuchtigkeit fest. Gerade in der Blütephase, wenn die Buds dichter und schwerer werden, steigt das Risiko von Botrytis (Grauschimmel). Durch gezieltes Ausdünnen zirkuliert die Luft wieder frei zwischen den Zweigen.
Gezielte Energieverteilung
Jedes Blatt kostet die Pflanze Energie für Erhalt und Versorgung. Entfernst du Blätter, die ohnehin im Schatten hängen und kaum noch zur Photosynthese beitragen, kann die Pflanze diese Ressourcen stattdessen in die Blütenproduktion umleiten.
Cannabis entlauben – ja oder nein?
Kurze Antwort: Ja, wenn deine Pflanze gesund, kräftig und buschig ist. Nein, wenn sie bereits gestresst, krank oder noch sehr jung ist. Outdoor-Pflanzen mit viel natürlichem Licht aus verschiedenen Winkeln brauchen eine Entlaubung seltener als Indoor-Pflanzen unter einer fixierten Lichtquelle. Autoflower-Sorten vertragen generell weniger Stress als photoperiodische Genetiken – hier also besonders vorsichtig vorgehen.
Wann Cannabis entlauben? Der optimale Zeitpunkt in Vegi und Blüte

Der beste Zeitpunkt für die Entlaubung liegt in der späten vegetativen Phase, wenn die Pflanze mindestens 3-4 Knotenpaare entwickelt hat, sowie etwa 3 Wochen nach dem Umschalten auf den 12/12-Lichtzyklus in der Blütephase. Zwischen diesen beiden Sitzungen sollte die Pflanze genügend Zeit zur Regeneration haben.
Entlauben in der vegetativen Phase
In der Vegi-Phase ist die Pflanze am widerstandsfähigsten gegen Stress. Sie wächst schnell, bildet neue Blätter zügig nach und hat genug Energie für die Regeneration. Warte, bis deine Pflanze mindestens 30 cm hoch ist und ein buschiges Erscheinungsbild zeigt. Pflanzen mit nur wenigen Blattpaaren entlaubst du nicht – die brauchen jedes einzelne Blatt.
Erfahrungsgemäß ist der Zeitraum 2-3 Wochen vor dem geplanten Umschalten auf die Blütephase ideal. So hat die Pflanze genug Zeit, sich zu erholen und mit voller Kraft in die Blüte zu starten.
Wie oft Cannabis entlauben?
Die Häufigkeit hängt von der Wuchsstärke deiner Sorte und deinem Erfahrungslevel ab. Als Orientierung:
- Erste Entlaubung: In der späten vegetativen Phase, etwa 2-3 Wochen vor dem Blüte-Switch.
- Zweite Entlaubung: Ungefähr 3 Wochen nach Beginn der Blütephase, wenn der Stretch (die Wachstumsexplosion zu Blütebeginn) abgeschlossen ist.
- Optional – leichtes Ausdünnen: 1-2 Wochen vor der Ernte, um die Luftzirkulation an den reifenden Buds zu verbessern und die spätere Trimmarbeit zu erleichtern.
Zwischen den Sitzungen solltest du der Pflanze immer 2 bis 3 Tage Ruhe gönnen und beispielsweise nicht gleich den Lichtzyklus umstellen oder andere stressige Maßnahmen durchführen.
Cannabis Outdoor entlauben
Beim Cannabis Outdoor-Grow ist die Situation anders als indoor. Die Sonne wandert über den Tag, sodass auch untere Pflanzenteile aus verschiedenen Winkeln Licht abbekommen. Trotzdem kann eine moderate Entlaubung sinnvoll sein – besonders bei sehr buschigen Indica-Genetiken in feuchten Klimazonen, wo die Schimmelgefahr hoch ist. Entlaube outdoor generell zurückhaltender als indoor und konzentriere dich auf das Innere der Pflanze, wo sich Feuchtigkeit staut.
Fächerblätter und Sonnensegel entfernen - welche Blätter weg müssen

Beim Entlauben geht es nicht darum, wahllos Blätter abzureißen. Die Hauptkandidaten sind große Fächerblätter (oft als Sonnensegel bezeichnet), die den Canopy abdecken und tieferliegende Blütenstände verschatten. Daneben kommen Blätter in Betracht, die ins Pflanzeninnere wachsen, sowie alte, vergilbte Blätter, die kaum noch Photosynthese betreiben.
Fächerblätter – die großen Sonnensegel der Pflanze
Cannabisblätter lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: die großen Fächerblätter und die kleineren Zuckerblätter (Sugar Leaves) rund um die Buds. Fächerblätter sind die typischen, mehrzackigen Blätter mit langen Stielen. Sie fungieren als Solarpanels der Pflanze und produzieren einen Großteil der Energie durch Photosynthese.
Das Problem: Gerade bei Indica-dominanten Sorten werden diese Fächerblätter riesig – manche erreichen die Größe einer Handfläche und mehr. Sie liegen dann wie Sonnensegel über den Blütenständen und blockieren das Licht komplett. Genau diese übergroßen Fächerblätter sind die ersten Kandidaten für die Entlaubung. Mehr Details zum richtigen Vorgehen findest du in unserem Ratgeber zum Thema Sonnensegel richtig abschneiden.
Welche Blätter konkret entfernen?
| Blätter entfernen | Blätter stehen lassen |
|---|---|
| Große Fächerblätter, die Buds überschatten | Zuckerblätter direkt an den Blütenständen |
| Blätter, die ins Pflanzeninnere wachsen | Gesunde Fächerblätter in lichtarmen Zonen (die braucht die Pflanze dort) |
| Gelbe, absterbende oder kranke Blätter | Blätter an jungen Seitentrieben, die noch wachsen |
| Blätter, die sich überlappen und berühren | Die obersten Fächerblätter, sofern sie keine Buds verschatten |
Eine Faustregel: Wenn ein Fächerblatt einen Blütenstand komplett verdeckt und du es nicht einfach zur Seite biegen oder tucken kannst, darf es weg. Lässt es sich umbiegen und fixieren, ist das die schonendere Alternative.
Cannabis Blätter abschneiden - Vorbereitung und Werkzeuge
Bevor du zur Schere greifst, prüfe den Gesundheitszustand deiner Pflanze. Nur gesunde, kräftige Pflanzen ohne Anzeichen von Wassermangel, Lichtbrand, Windbrand oder Schädlingsbefall solltest du entlauben. Eine gestresste Pflanze mit zusätzlichem Stress zu belasten, endet selten gut.
Werkzeuge zum Entlauben: Schere vs. Maschine
Für die meisten Hobby-Grower reicht eine scharfe, sterilisierte Schere mit dünnen Klingen. Wichtig: Desinfiziere die Klingen vor jeder Pflanze mit Isopropylalkohol, um keine Krankheitserreger zu übertragen. Stumpfe Scheren quetschen das Pflanzengewebe und hinterlassen offene Wunden, die anfällig für Infektionen sind.
Bei größeren Grows mit vielen Pflanzen setzen manche Grower auf Blatt-Trimmer oder Erntemaschinen. Für die gezielte Entlaubung einzelner Blätter sind diese Geräte allerdings zu grob – sie eignen sich eher für den Trim nach der Ernte. Für den Entlaubungsprozess selbst bleiben saubere, scharfe Schnittwerkzeuge für saubere Schnitte das Mittel der Wahl.
Trage Einweghandschuhe, um die Schnittstellen nicht mit Bakterien von deinen Händen zu kontaminieren. Und noch ein Punkt: Beschneide nicht eine kranke und danach eine gesunde Pflanze mit der gleichen ungereinigten Schere.
Morgens oder abends entlauben?
Erfahrene Grower empfehlen, zu Beginn der Lichtphase zu entlauben – also morgens, wenn die Lampen gerade angehen. Die Pflanze hat dann den gesamten Lichttag vor sich, um die Schnittstellen zu verschließen und mit der Regeneration zu beginnen. Am Ende der Dunkelphase haben sich Stärke und Zucker in den Wurzeln konzentriert; direkt nach dem „Aufwachen“ verteilt die Pflanze ihre Reserven neu. Schneidest du hingegen am Ende der Lichtphase, geht die Pflanze mit offenen Wunden in die Nacht – nicht ideal.
Cannabis entlauben - Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Entlaubung folgt einem klaren Ablauf: von oben nach unten, von außen nach innen, mit Bedacht statt Aktionismus. Beginne immer mit den offensichtlichsten Problemblättern und arbeite dich dann vorsichtig vor. Weniger ist hier definitiv mehr – du kannst in einer Woche nochmal nachlegen, aber ein einmal entferntes Blatt kommt nicht zurück.
Anleitung für die vegetative Phase
- Werkzeug vorbereiten: Scharfe Schere sterilisieren, Handschuhe anziehen, am besten zu Beginn der Lichtphase arbeiten.
- Große Fächerblätter identifizieren: Schau dir die Pflanze von oben an. Welche Blätter liegen wie ein Dach über den Nodien und Seitentrieben?
- Überschattende Fächerblätter entfernen: Schneide die großen Fächerblätter ab, die eine Barriere zwischen dem Licht und den Blüteansätzen darstellen. Schneide am Blattstiel, nicht am Haupttrieb.
- Nach innen wachsende Blätter ausdünnen: Entferne Blätter, die in die mittlere Richtung der Pflanze wachsen und dort für Stau sorgen.
- Gelbe und alte Blätter entfernen: Im letzten Schritt kommen vergilbte, welke oder beschädigte Blätter weg. Diese kosten die Pflanze nur noch Energie.
- Ergebnis prüfen: Tritt einen Schritt zurück. Kannst du von oben durch die Pflanze hindurchschauen und siehst Licht auf den unteren Trieben? Dann hast du genug entfernt.
Achte als Anfänger darauf, nicht mehr als 15 Prozent des Laubs jeder Cannabispflanze abzuschneiden – denn das Risiko, die Pflanze zu stark zu stressen, überwiegt sonst den möglichen Nutzen. Bist du allerdings schon erfahrener, kannst du dich sogar auf 25 Prozent Beschneidung vorwagen und dich möglicherweise sogar ans gezielte Cannabis Beschneiden herantrauen, das über eine reine Entlaubung hinausgeht.
Cannabis entlauben während der Blüte
Die zweite Entlaubungsrunde findet in der Blütephase statt und hier ist deutlich mehr Fingerspitzengefühl gefragt als in der Wachstumsphase. Die Pflanze steckt ihre Energie jetzt in die Blütenbildung, und jeder Stressfaktor kann sich auf Größe und Qualität der Buds auswirken. Ein guter Zeitpunkt hierfür liegt ungefähr 3 Wochen in die Blütephase hinein, wenn der sogenannte Stretch (die starke Wachstumsphase zu Beginn der Blüte) abgeschlossen ist.
Zu beachten ist hierbei, dass du noch vorsichtiger beschneiden solltest, da das Risiko anderweitig zu groß ist, dass die jungen Buds Schaden nehmen könnten. Konzentriere dich auf Fächerblätter, die direkt über oder vor Blütenständen sitzen und diese verschatten.
Entlaubung Woche für Woche – Orientierungstabelle
| Blütewoche | Maßnahme | Intensität |
|---|---|---|
| Woche 1-2 | Kein Entlauben – Stretch-Phase, Pflanze akklimatisiert sich | Keine |
| Woche 3 | Moderate Entlaubung: überschattende Fächerblätter entfernen | Leicht bis mittel |
| Woche 4-5 | Nur noch einzelne, stark verschattende Blätter entfernen | Minimal |
| Woche 6-7 | Gelbe/absterbende Blätter entfernen, Luft an den Buds halten | Minimal |
| Woche 7-8+ | Optional: leichtes Ausdünnen vor der Ernte | Sehr leicht |
Nachdem du die Entlaubung in der Blütephase durchgeführt hast, lass die Pflanze mindestens 2 bis 3 Tage in Ruhe, bevor du weitere Maßnahmen ergreifst.
Vor der Ernte entlauben
Einige Grower entlauben 1–2 Wochen vor der geplanten Ernte noch einmal leicht. Der Gedanke dahinter: Weniger Blattmasse bedeutet weniger Trimmarbeit nach der Ernte, und die letzten Buds bekommen nochmal maximales Licht. Laut Untersuchungen des NIH kann eine kontrollierte Blattentfernung in der Spätblüte die Reifung der Trichome unterstützen, da mehr Lichtenergie direkt an die Blütenstände gelangt.[2]
Sei hier aber besonders zurückhaltend. So kurz vor der Ernte hat die Pflanze kaum noch Zeit, sich von aggressivem Beschnitt zu erholen. Entferne nur noch offensichtliche Probleme – etwa Blätter, die direkt auf Buds liegen und dort Feuchtigkeit stauen könnten.
Autoflowers entlauben - ist das möglich?
Ja, du kannst auch Autoflowers entlauben. Allerdings reagieren automatisch blühende Sorten empfindlicher auf Stress als photoperiodische Genetiken, weil ihre Lebenszeit genetisch festgelegt ist. Während eine photoperiodische Pflanze nach dem Entlauben einfach ein paar Tage länger in der Vegi bleiben kann, tickt bei Autoflowers die Uhr weiter – verlorene Regenerationszeit ist verlorene Wachstumszeit.
Idealerweise entlaubst du Autoflowers in der vegetativen Phase, wenn die Cannabispflanzen mindestens drei Knoten aufweisen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze stark genug, um den Eingriff zu verkraften, und hat noch genug Wachstumszeit vor sich. Geh dabei besonders sanft vor: Entferne nur die wirklich störenden großen Fächerblätter und lass alles stehen, was auch nur halbwegs sinnvoll Photosynthese betreibt.
Allerdings kannst du Autoflowers auch in der Blütephase von überschüssigen Blättern befreien – am besten auch hier maximal 3 Wochen in die Blütephase hinein. Was die Auswahl der zu entfernenden Blätter angeht, gehst du genauso wie bei photoperiodischen Pflanzen vor und schneidest erst die großen Fächerblätter, dann die in die Mitte wachsenden und zuletzt gelbe, alte Blätter ab.
Häufige Fehler beim Cannabis-Entlauben und wie du sie vermeidest
Die Defoliation ist kein Hexenwerk, aber es gibt typische Anfängerfehler, die den Grow zurückwerfen statt voranbringen können. Die häufigsten Stolperfallen und wie du sie umgehst:
Zu viel auf einmal entfernen
Der häufigste Fehler. In der Begeisterung über die Technik greifen viele Grower zur Schere und lichten die Pflanze radikal aus. Das Ergebnis: Die Pflanze steht unter massivem Stress, stellt das Wachstum ein und braucht Tage oder sogar Wochen zur Erholung. Cannabis zu viel entlaubt? Dann hilf der Pflanze, indem du sie in Ruhe lässt, ausreichend gießt und keinen weiteren Stress verursachst.
Kranke oder gestresste Pflanzen entlauben
Eine Pflanze, die bereits mit Nährstoffmangel, Schädlingen oder Umweltstress kämpft, verträgt keine Entlaubung. Behebe zuerst alle bestehenden Probleme und warte, bis sich die Pflanze erholt hat. Erst eine gesunde, vital wachsende Pflanze ist ein Kandidat für die Defoliation.
Zuckerblätter statt Fächerblätter entfernen
Die kleinen, mit Trichomen bedeckten Zuckerblätter rund um die Buds sehen vielleicht störend aus, spielen aber eine wichtige Rolle für die Blütenentwicklung. Sie schützen die Buds und betreiben direkt vor Ort Photosynthese. Entferne gezielt nur die großen Fächerblätter – die Zuckerblätter bleiben dran.
Zum falschen Zeitpunkt schneiden
Entlauben in den ersten beiden Blütewochen, während der Stretch-Phase, ist riskant. Die Pflanze braucht gerade dann jedes Blatt, um die Energie für den extremen Wachstumsschub aufzubringen. Auch direkt nach dem Umtopfen oder anderen stressigen Events ist kein guter Zeitpunkt.
Unsteriles Werkzeug verwenden
Verschmutzte Scheren übertragen Pilzsporen und Bakterien von Pflanze zu Pflanze. Laut Empfehlungen der GMP-Compliance-Richtlinien für den Pflanzenbau sollte Schnittwerkzeug vor jedem Einsatz desinfiziert werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.[3] Ein schneller Wisch mit Isopropylalkohol reicht.
Entlauben, Lollipopping oder Topping - welche Technik für welchen Zweck?
Alle drei Techniken manipulieren die Pflanzenstruktur, setzen aber an unterschiedlichen Stellen an. Eine kurze Gegenüberstellung hilft bei der Orientierung:
| Technik | Was wird entfernt? | Wann anwenden? | Ziel |
|---|---|---|---|
| Entlauben (Defoliation) | Einzelne Blätter | Späte Vegi + Woche 3 der Blüte | Licht und Luft an die Buds |
| Lollipopping | Komplette untere Seitentriebe | Ende Vegi / Anfang Blüte | Energie auf obere Buds konzentrieren |
| Topping | Haupttriebspitze | Ab 4.–6. Knotenpaar in der Vegi | Mehrere Haupttriebe erzeugen |
In der Praxis kombinieren viele Grower diese Techniken: Erst Topping in der frühen Vegi für eine breitere Pflanze, dann Entlauben für bessere Lichtdurchdringung und schließlich Lollipopping am Blütebeginn, um die unteren „Popcorn-Buds“ zu eliminieren. Details zu den jeweiligen Techniken findest du in unseren dedizierten Ratgebern zu Lollipopping und Ausgeizen.
Mit gezielter Entlaubung das Beste aus deinem Grow holen
Cannabis entlauben ist eine der wirksamsten Techniken, um Indoor-Grows zu optimieren – vorausgesetzt, du gehst mit Augenmaß vor. Der Schlüssel liegt im Timing (späte Vegi und Woche 3 der Blüte), in der Auswahl der richtigen Blätter (große Fächerblätter, die Buds verschatten) und in der Dosierung (lieber zu wenig als zu viel). Beobachte deine Pflanzen genau, dokumentiere deine Ergebnisse und passe die Intensität von Grow zu Grow an. Mit sauberen Schnittwerkzeugen, etwas Geduld und der richtigen Technik wirst du schnell merken, wie deine Pflanzen auf die Entlaubung reagieren – und das Ergebnis bei der Ernte sehen.















